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Sonder-Abfall tourt nach Hamburg


Es könnte so einfach sein: Die moderne Verbrennungsanlage in Basel liegt für viele Betriebe direkt vor der Haustür. Foto: Juri Weiss

Chemische Industrie will Müll-Tourismus beenden

Baden-Baden. Energie, Emissionen und Geld sparen. Das ist heute angesagt – auch beim Müll. Das meint die chemische Industrie in Baden-Württemberg. Sie kämpfen für eine Abfall-Entsorgung vor der Haustür.

Jedes Jahr werden rund 20.000 Tonnen Sondermüll aus der Region nach Hamburg gekarrt und dort in einer Spezialanlage verbrannt.

Überhöhte Preise

Die vielen Transportkilometer könnte man sich sparen: „Wir haben ebenso gute Anlagen in den benachbarten Ländern“, erklärt Gerd Backes, Vorsitzender des Landesverbandes der Chemischen Industrie.

Betriebe rund um Freiburg könnten ihren Abfall bequem nach Basel (Schweiz) bringen, Firmen aus Karlsruhe oder Mannheim quasi „um die Ecke“ nach Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz). Doch eine baden-württembergische Sondervorschrift macht der umweltfreundlichen Idee einen Strich durch die Rechnung.

Backes: „Wir sind seit vielen Jahren gesetzlich dazu gezwungen, den Abfall einzusammeln und in Hamburg zu überhöhten Preisen zu verbrennen!“ Das sei „ökologisch und öko­nomisch sinnlos“.

In keinem anderen Bundesland müssen sich die Unternehmen das so vorschreiben lassen, meint der Vor­sitzende.

Die gesamte Wirtschaft in Baden-Württemberg fordert deshalb nachdrücklich: Die Sonderabfall-Verordnung muss spätestens bis Ende 2011 aufgehoben werden!

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