Energie

Solarstrom: Es geht auch billiger


Setzt jetzt auf Sonnenenergie: Larry Hagman, bekannt geworden als Öl-Baron J. R. Ewing in der Fernsehserie „Dallas“, wirbt für Solarenergie. Foto: Solarworld

Warum die Branche auch ohne hohe Fördersätze überleben kann

Berlin/Bonn. Mit der ersten Stromrechnung im neuen Jahr wird eine ärgerliche Mitteilung ins Haus flattern. Rund 66 Euro mehr muss eine dreiköpfige Familie im Jahr 2011 zahlen. Denn die Umlage für erneuerbare Energien steigt um 70 Prozent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde.

Vor allem der wachsende Anteil der Sonnenenergie treibt den Preis in die Höhe. Von den 17 Milliarden Euro, die durch die Umlage im Jahr zusammenkommen, gehen gut 8 Milliarden Euro an die Betreiber von Solaranlagen. „Das muss nicht sein“, sagt der Branchen-Insider Philippe Welter. „Sonnenenergie ist auch billiger zu haben“, so der Herausgeber des Fachmagazins „Photon“.

Zwar senkt die Bundesregierung die Fördersätze zum Jahreswechsel um 13 Prozent. 2012 werden sie voraussichtlich ein Drittel niedriger liegen als jetzt. Doch die Haushalte profitieren davon nicht.

„Preis vergleichen und Anbieter wechseln“

Die Umlage steigt weiter, weil immer mehr Solarstrom produziert und die Förderung bestehender Anlagen nicht angetastet wird. Wer 2004 Solarzellen auf sein Dach gepackt hat, kassiert noch bis zum Jahr 2024 je Kilowattstunde 57,4 Cent. Wer jetzt investiert, kriegt immerhin 32,88 Cent –  und das garantiert 20 Jahre lang.

„Diese Förderpraxis schadet der Akzeptanz der erneuerbaren Energien“, sagt Holger Krawinkel, Energie-Experte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. So wurde aus der Idee, eine teure aber zukunftsfähige Technik anzuschieben, ein Problem. Zum Überleben braucht die Branche die Förderung ohnehin nicht in dieser Höhe. SolarFachmann Welter: „Es ist noch mehr Spielraum für Absenkungen drin, ohne dass Firmen pleitegehen.“

Schließlich ist die Technik mittlerweile auf dem Weg, wettbewerbsfähig zu werden. „In fünf Jahren wird Solarstrom mit dem aus neuen konventionellen Kraftwerken konkurrieren können“, prognostiziert Welter.

In der Zwischenzeit bleibt den Endkunden immerhin die Möglichkeit zum Preisvergleich. Dazu ermuntert sie der oberste Aufseher des deutschen Strommarktes. „Ich rufe die Verbraucher auf, die Angebote genau zu prüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln“, sagt Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Neuer Rekord bei Investitionen

Sorgen um Aufträge wird sich die Branche eh nicht machen müssen. Im kommenden Jahr erwarten Experten einen Rekord bei den Investitionen. Anlagen mit einer Leistung von zehn Gigawatt werden 2011 installiert. Das entspricht im effektiven Betrieb 1,5 Kohlekraftwerken.

Für den Optimismus der Hersteller von Solarzellen in Deutschland spricht auch die Auswahl des Werbemaskottchens bei Solarworld in Bonn. Es ist Larry Hagman, der Darsteller des superreichen Öl-Barons J. R. Ewing in der TV-Serie „Dallas“.

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