Beschäftigungsrekord in der Metall- und Elektro-Industrie

So viele Metaller gab es schon lange nicht mehr

Berlin. Regelmäßig ist in den Medien vom Fachkräftemangel die Rede – zugleich steigt die Zahl der Beschäftigten in Deutschlands wichtigstem Industriezweig Metall und Elektro (M+E) laufend an. Passt das zusammen?

Ja – sogar ganz gut. Zunächst die Fakten: Seit vier Jahren sind die Stammbelegschaften gewachsen. Der Einbruch nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist längst mehr als aufgeholt. Im Mai (neuere Daten des Statistischen Bundesamts liegen noch nicht vor) gab es nach Angabe des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall in Berlin 3.746.400 Metaller im Lande. So viele Mitarbeiter zählten die Betriebe zuletzt vor 20 Jahren!

Wie kommt’s? Einerseits natürlich einfach dadurch, dass Hightech-Produkte „made in Germany“ weltweit enormen Erfolg haben.

Sicherung von Fachkräften

Andererseits könnte es sein, dass die Firmen etwas mehr Leute beschäftigen, als sie eigentlich benötigen: „Wir vermuten, dass hinter dem Beschäftigungsaufbau auch die Sicherung von Fachkräften steckt, um für den anstehenden demografischen Wandel gewappnet zu sein“, sagt Michael Stahl, Chefvolkswirt bei Gesamtmetall, „die Unternehmen sorgen da wohl schon etwas vor.“ Außerdem dürften mehr Zeitarbeiter übernommen worden sein, schätzt Stahl – „auch weil die Zeitarbeit zuletzt teurer geworden ist“.

Aktuell leiden laut Umfrage des Münchner Ifo-Instituts 9 Prozent der Firmen unter „Produktionsbehinderungen wegen fehlender Arbeitskräfte“. Kein Rekordwert – aber deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt. Und wegen der seit Juli geltenden Rente mit 63 dürfte sich bald manche Fachkraft früher verabschieden, als vom Betrieb gedacht: Gesamtmetall schätzt, dass das in den nächsten zehn Jahren für bis zu 200.000 M+E-Beschäftigte gelten könnte.

Lohnstückkosten sind gestiegen

Übrigens: Immer mehr Mitarbeiter, immer höhere Löhne – da konnte der Output nicht mithalten. Laut Stahl haben sich die deutschen M+E-Lohnstückkosten, ein wichtiges Maß der Wettbewerbsfähigkeit, in den Jahren 2012 und 2013 um insgesamt rund 10 Prozent verschlechtert.


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