Staus, Streusalz & Co.

So viel Geld kostet uns der letzte Winter


Köln. Für die Verkehrsnachrichten am verschneiten 6. Februar brauchte der Radiosprecher viel Ausdauer. Auf 550 Kilometer summierten sich die Staus allein in Nordrhein-Westfalen.

Der Stillstand im bevölkerungsreichsten Bundesland dürfte mehr als 7 Millionen Euro gekostet haben – an diesem einzigen Tag. Die Summe für Zeit- und Kraftstoffverlust ergibt sich aus den aktuellen Berechnungen des Londoner Center of Economics and Business – erstellt im Auftrag eines Dienstleisters für Verkehrsinformationen.

Eis und Schnee liegen für dieses Jahr wohl hinter uns. Doch welche Rechnung der abgelaufene Winter präsentieren wird, lässt eine Aufstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags in Berlin erahnen. Nach der Rekordkälte vor zwei Jahren wurde dort ermittelt, dass eine lange Frostperiode die gesamte Wirtschaftsleistung um 3 Milliarden Euro reduziert.

Daran haben auch die Störungen im Flugverkehr ihren Anteil. So mussten im Januar und Februar wegen spiegelglatter Start- und Landebahnen allein in Frankfurt zeitweise die Hälfte aller Verbindungen gestrichen werden.

Ein Tag voller Flugausfälle und Verspätungen an Deutschlands wichtigstem Airport dürfte mit 7 Millionen Euro zu Buche schlagen, stellt die Wirtschaftsuniversität Wien in einem internationalen Vergleich fest. Weitere 4 Millionen Euro pro Tag kostet der Räumdienst auf den Autobahnen und Bundesstraßen, so der ADAC.

Rund 2.000 Tonnen Streusalz braucht eine Kleinstadt

Rund 80 Euro sind für eine Tonne Streusalz fällig. Durchschnittlich 2.000 Tonnen davon bunkert eine deutsche Kleinstadt. Je nach Größe des kommunalen Straßennetzes und der Schneetage kommen da innerhalb eines Winters schnell 160.000 Euro ­zusammen, zuzüglich der Kosten für Maschinen und ­Personal.

Doch auch der Winterdienst kann nicht verhindern, dass die Versicherungsbranche nach Verkehrsunfällen an einem Schneetag locker 2,5 Millionen Euro loswird.

Dazu kommen noch rund 20.000 Verletzungen nach Stürzen in jedem Winter. Ein anschließender Krankenhausaufenthalt kostet im Schnitt 4.000 Euro.

Dagegen ist das Flicken eines einzelnen Schlaglochs billig: Es kostet 70 Euro.

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