Wie funktionieren SEPA, Paypal & Co.?

So überweisen Sie Geld am günstigsten ins Ausland

Foto: Roth

Viele buchen schon jetzt die schönsten Wochen des Jahres. Oft fordert dann beispielsweise der Vermieter des Feriendomizils eine Anzahlung. Angst vor hohen Gebühren muss man nicht haben, wenn man innerhalb der Europäischen Union, in die Schweiz, nach Liechtenstein, Island oder Norwegen Geld überweist. „In diese Länder kann der Kunde eine sogenannte SEPA-Überweisung durchführen, die dasselbe kostet wie eine Inlandsüberweisung“, erklärt Julia Topar, Pressesprecherin beim Bundesverband deutscher Banken.

SEPA-Überweisungen

SEPA steht für Single Euro Payments Area, zu Deutsch: einheitlicher Euro Zahlungsraum. SEPA-Überweisungen müssen immer in Euro angewiesen werden. Das muss man also beispielsweise bei einem Schweizer Empfänger vorab klären.

Für die Überweisung braucht man die internationale Bankleitzahl (BIC) sowie die internationale Kontonummer des Empfängers (IBAN). Letztere besteht aus einem Ländercode, einer zweistelligen Prüfziffer sowie der bereits bekannten Bankleitzahl und Kontonummer. „Die Prüfziffer ist für jeden Kunden individuell, deshalb kann die Zahlung nicht falsch verbucht werden“, erklärt Topar. Die nötigen Bankdaten erhält man normalerweise direkt vom Anbieter. Die eigene IBAN und BIC findet man auf jedem Kontoauszug und auf vielen EC-Karten.

Auslandsüberweisungen per Kreditkarte oder vom Bankkonto

Sitzt der Anbieter dagegen nicht in Europa, sondern beispielsweise in den USA oder in Thailand, kann es teuer werden. Als preiswerteste Alternative empfiehlt Julia Topar die Zahlung per Kreditkarte, bei der meist nur geringe oder gar keine Gebühren anfallen.

Natürlich kann man die Summe auch vom eigenen Bankkonto überweisen. Bei einer klassischen Auslandsüberweisung bezahlt man direkt in der jeweiligen Landeswährung. Die Bank rechnet den Betrag zum aktuellen Wechselkurs um und belastet das eigene Konto in Euro.

Auch eine solche Auslandsüberweisung funktioniert ganz problemlos. Man braucht meistens die Kontonummer und Bankleitzahl des Empfängers, allerdings sind die notwendigen Daten in jedem Land etwas anders. Amerika verlangt beispielsweise den sogenannten Swiftcode sowie die Adresse der Empfängerbank. Normalerweise erhält man die nötigen Daten mit den Buchungsunterlagen direkt vom Anbieter.

Gebühren oft hoch

Der große Nachteil der klassischen Auslandsüberweisung ist ihr Preis. Oft sind die Gebühren prozentual von der Überweisungssumme abhängig, Mindestgebühren von 10 bis 20 Euro und mehr sind auch bei kleinen Summen keine Seltenheit, bei höheren Beträgen wird es deutlich teurer. „Jede Bank legt die dabei berechneten Gebühren individuell fest“, erklärt Julia Topar. Man muss also beim Kreditinstitut nachfragen, was die Auslandsüberweisung im Einzelfall kostet.

Bei der Aufteilung der Gebühren hat man die Wahl: Wer alle Kosten selber tragen will, wählt die OUR-Überweisung. Zahlt der Empfänger alles, wählt man die BEN-Überweisung. Teilen sich beide Partner die Gebühren, wählt man eine SHARE-Überweisung.

Externe Dienstleister

Alternativ kann man auch Geld über externe Dienstleister anweisen. Zahlungen mit Paypal sind oft, aber nicht immer (!) kostenlos, hier sollte man also genau hinschauen. Bei anderen Dienstleistern wie beispielsweise Western Union oder MoneyGram sind grundsätzlich Gebühren fällig, je nach Zielland und Anbieter oft 2 bis 3 Prozent der Rechnungssumme. Wer beispielsweise 1.500 Euro in die USA transferieren will, ist dann schnell mit 30 Euro und mehr dabei.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang