Fußball, Jobs, Stabilität: Wir haben gut grinsen

So sieht die Welt uns Deutsche


Illustration: Klimmeck

London. Jetzt geht’s loooos: Diesen Samstag kicken Dortmund und die Bayern um den Titel in der Champions League. Ein deutsch-deutsches Finale im Londoner Wembley-Stadion – was für ein Triumph! Die Welt staunt über die neue Bundesliga-Power. Sie nimmt sich Deutschland zum Vorbild. Und nicht nur auf dem grünen Rasen.

„Warum können wir nicht etwas mehr wie Deutschland sein?“, fragt zum Beispiel das englische Politik-Magazin „New Statesman“.

Das renommierte Blatt analysiert: Die Bundesliga, die so ganz ohne russische oder arabische Ölmagnaten auskommt, ist ein „Mikrokosmos der Struktur der deutschen Wirtschaft“.

Im Klartext: Unsere Klubs kicken deshalb ganz unter sich um Europas Krone, weil sie umsichtig und nachhaltig wirtschaften – so wie eben die meisten Firmen hierzulande.

Wow! Lob aus England, statt des üblichen „Krauts“- und „Panzer“-Getöses. Das freut. Und passt so gar nicht zum typisch deutschen Selbstzweifel.

Jenseits der Grenzen jedenfalls findet man uns attraktiv. Nach den neuesten amtlichen Zahlen sind im vergangenen Jahr 1.081.000 Zuwanderer ins Land gekommen, bei 712.000 Fortzügen. Wir locken so viele Menschen an wie seit 1995 nicht mehr. Und dafür gibt es ja auch gute Gründe.

Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland liegt auf Rekordniveau. Die Jugendarbeitslosigkeit ist aus südeuropäischer Perspektive traumhaft niedrig. Die Preise sind stabil – und relativ sicher leben lässt sich’s hier auch: Nach der neuesten Kriminalitätsstatistik gab es im vergangenen Jahr noch einmal 15 Prozent weniger Gewaltverbrechen als 2011. Die Zahl der Drogenopfer ist so niedrig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht.

Wir haben wirklich ganz gut grinsen. Aber Vorsicht: Aus Bewunderung wird schnell Neid. Nach einer Europa-Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center wächst die Entfremdung zwischen Deutschland und dem Rest des Kontinents. Es ist wichtig, dass es auch bei den anderen bald wieder aufwärts geht. Außer im Fußball natürlich.

Wie sehen Sie das: Ist unser Land auf einem guten Weg?

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