Entwicklung

So schont Chemie unser Klima


Produkte aus Rheinland-Pfalz senken den Energieverbrauch

 

 

Beim Betrieb von Windrädern, der Sanierung von Gebäuden, im Flugzeug- und Autobau: Überall dort spielen Chemie-Produkte eine entscheidende Rolle. Und sie werden besonders effizient hergestellt, wie eine Studie des Weltchemieverbands ICCA zeigt. Denn bei ihrer Anwendung wird mehr als doppelt so viel Energie eingespart, wie zuvor für ihre Produktion benötigt wurde – ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz. AKTIV nennt Beispiele:

 

 

 

● Schmierstoffe

 

 

 

In den 80er-Jahren betrug der Durchmesser der Rotoren an Windrädern gerade mal 15 Meter. Inzwischen haben sie Ausmaße von etwa 90 Metern erreicht. Die heutigen Anlagen bieten im Vergleich zu den ersten ihrer Art zudem eine bis zu 40-mal höhere Leistung.

 

 

 

Entsprechend stark ist die Belastung der Bauteile gestiegen – und die Anforderungen an eine effiziente Schmierung.

 

 

 

Laufzeit steigt um 50 Prozent

 

 

 

„Herkömmliche Mittel reichen längst nicht mehr aus“, erklärt Günter Huschitt, leitender Anwendungstechniker bei Fuchs Lubritech in Kaiserslautern.

 

 

 

 

 

 

 

Das Chemie-Unternehmen produziert Spezialschmierstoffe, unter anderem für die Windkraft-Industrie. Das Ergebnis: Die Laufzeit der rund 100 Meter großen Anlagen erhöht sich um bis zu 50 Prozent, die Reparaturanfälligkeit sinkt. Das schont Ressourcen und entlastet die Umwelt.

 

● Dämmung

 

 

 

Etwa 24 Millionen Wohnungen in Deutschland sind noch nicht energetisch saniert. Dabei lässt sich dadurch der Ausstoß von Kohlendioxid enorm senken.

 

 

 

Das Know-how zur richtigen Dämmung kommt aus Ludwigshafen. Der Chemiekonzern BASF hat den Klassiker „Styropor“ zu einem neuartigen Werkstoff mit Namen „Neopor“ weiterentwickelt. Dessen Dämmwirkung liegt um 20 Prozent höher.

 

 

 

Wie das geht? Der Dämmstoff enthält besondere Grafit-Teilchen. „Sie reflektieren die Wärmestrahlung wie ein Spiegel und verringern so den Verlust von Wärme im Haus“, beschreibt Produktmanager Gregor Haverkemper.

 

 

 

Durch Aufschäumen werden zunächst federleichte Kügelchen geformt. Sobald sie abgekühlt sind, werden sie bei den Lieferanten zu großen Blöcken gepresst und in die passende Form geschnitten.

 

● Leichtbau

 

 

 

Beim Autobau gilt die Faustregel: 100 Kilogramm Gewichtseinsparung bringt zwischen 0,3 und 0,5 Liter Einsparung beim Kraftstoff. Auch bei Flugzeugen und Zügen lohnt sich das „Abspecken“.

 

 

 

Die Sparsamkeit darf jedoch nicht auf Kosten der Qualität gehen. Das Material muss weiterhin fest sein und extremen Belastungen und Temperaturen Stand halten.

 

 

 

32 Kilogramm statt 8.000 Kilogramm

 

 

 

Einen entsprechenden Hochleistungs-Hartschaum hat der Spezialchemiekonzern Evonik Industries entwickelt. Er heißt „Rohacell“. Die Zutaten für das spezielle Polymer, zum Beispiel Methacrylate, stellen unter anderem Evonik-Mitarbeiter in Worms her.

 

 

 

Der Hartschaum soll in Zukunft am Auto Stahl- oder Aluminiumteile ersetzen. Und bis zu 60 Prozent Gewicht einsparen. Sei es an der Heckklappe, Autotür oder Motorhaube. Im Flugzeugbau kommt er bereits am Rumpf des Airbus A 380 zum Einsatz.

 

 

 

Und so ist das Prinzip: Faserverbund-Schichten werden mit dem besonderen Schaumstoff aufgefüllt. „Sandwich-Technologie“ nennt das der Fachmann. „Der Hartschaum darf nicht ermüden“, erklärt Uwe Lang, Mitarbeiter im Verkauf des Unternehmens. Das Ergebnis ist eine Kombination aus maximaler Stabilität und minimalem Gewicht.

 

 

 

Zum Vergleich: Ein Kubikmeter Stahl wiegt 8.000 Kilogramm, ein Kubikmeter Spezialschaumstoff gerade mal 32 Kilogramm.

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