Reichlich Geld für Geschenke

So profitieren die Deutschen von der guten Konjunktur


Bonn. Einzelhandel und Weihnachtsmärkte können sich auf einen Riesenandrang einrichten. „Die Kaufbereitschaft der Bundesbürger ist so hoch wie seit 2006 nicht mehr“, sagt Marco Bargel. Als Chef-Investment-Stratege der Deutschen Postbank in Bonn untersucht er das Konsumverhalten im Land.

Ein Grund für Kauflaune sei die „sehr gute Lage am Arbeitsmarkt“, so Bargel. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sind 42,1 Millionen Menschen in Lohn und Brot – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung 1990. Drei Viertel der Stellen entfallen auf klassische sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Nicht zuletzt deshalb, stellt der Experte fest, gibt es einen „spürbaren Anstieg des verfügbaren Einkommens – also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben“. Bargel beziffert den Anstieg auf 2 Prozent. Rechnet man auch noch die Teuerung heraus, „dann bleibt den Leuten knapp 1 Prozent mehr für den Konsum“.

Dank der niedrigen Inflation – die aktuelle Jahresrate beträgt gerade mal 1,2 Prozent – stehen vor allem die Beschäftigten aus den Industriebetrieben sehr gut da. So liegen die Tariflöhne bei Metall und Elektro im Jahresdurchschnitt 2013 um 3 Prozent höher und bei Chemie um 2,2 Prozent höher als 2012.

Hinzu kommt, dass die allermeisten Mitarbeiter in diesen beiden Industriezweigen pünktlich vor dem Fest das Weihnachtsgeld überwiesen bekommen. Auch die sehr niedrigen Zinsen und die stabilen Konjunkturaussichten sorgen laut Bargel für Kauflaune. „Einem Jahresendspurt im Einzelhandel steht nichts entgegen.“

Insgesamt setzt der Handel im Weihnachtsgeschäft (von Anfang November bis Ende Dezember) 80 Milliarden Euro um. Ein Zehntel läuft schon über das Internet, berichtet der Handelsverband HDE in Berlin. Teilweise sorgt der Geschenke-Einkauf für einen hohen Anteil des Jahresgeschäfts: 28 Prozent sind es bei Spielwaren, 24 Prozent bei Büchern, 23 Prozent bei Unterhaltungselektronik und 22 Prozent bei Uhren und Schmuck.

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