Entwicklung

So macht Bewegung Spaß


Die Chemie bringt den Sport voran – dadurch wird er immer bunter, professioneller und gesünder

Am 8. Mai startet der  Volkslauf „Badische Meile“ in Karlsruhe. Letztes Jahr meldeten sich 4.111 Teilnehmer – Rekord! Aber nicht nur dort fällt der Startschuss zur Aktivität. Der Frühling treibt uns an. Und die Chemie unterstützt unsere guten Vorsätze.

Federnde Böden

Kurzstrecken absolvieren Athleten gerne auf Kunststoffbahnen. Sie bestehen meist aus Gummigranulat, das mithilfe eines speziellen Kunststoffs (Polyurethan) verfestigt wird. Auf Tartan läuft es sich leicht und ohne große Gelenkbelastung.

Wer lieber drinnen Sport treibt, muss nicht auf optimale Bodenverhältnisse verzichten: „Kork sorgt zum Beispiel dafür, dass der Boden nicht zu hart ist“, erklärt Boden-Profi Joachim Speck vom Sportboden-Spezialisten Armstrong DLW in Bietigheim- Bissingen.

Kork steckt in Linoleum-Böden ebenso wie Leinöl und Harz – alles nachwachsende Rohstoffe. Der Untergrund muss die notwendige Balance zwischen hart und weich halten. „Beim Prellen von Bällen muss sich der Boden hart wie Beton verhalten“, erklärt Speck. „Gleichzeitig muss er aber für den Sportler die Belastungen durch Sprünge oder die Gefahren durch Stürze abfedern.“

Die einzelnen Linoleum-Bahnen lagern vor dem Verlegen mehrere Wochen in Trockenkammern. Dort reifen sie durch die Wärme und erhalten wichtige Eigenschaften wie eine „ideale Griffigkeit“.

„Ein guter Sportboden ist nicht zu glatt, sonst rutscht man darauf aus“, so der Spezialist. Er darf aber auch nicht komplett rutschhemmend sein: „Das würde Gelenke und Bänder belasten.“

Das Golfball-Geheimnis

Was macht einen Golfball so schnell? „Sein Kern, synthetischer Kautschuk, ist die eigentliche Energiequelle“, verrät Thomas Kromminga, Kautschuk-Experte bei Rhein Chemie Rheinau in Mannheim. „Seine Elastizität beeinflusst, wie weit und wie schnell der Golfball nach dem Abschlag fliegt.“

Das Unternehmen hat einen speziellen „Vernetzer“ entwickelt. Der sorgt für eine bestimmte Härte im Ball: „Je härter der Kern, umso weniger Energie absorbiert er“, erklärt der Fachmann. „Die ganze Kraft des Abschlags wird in Bewegung umgesetzt – der Ball fliegt weiter!“

Mehr Lauf-Komfort

Auch in Sportschuhen finden sich Produkte von Rhein Chemie. Spezielle Additive („Hydrolyse-Schutzmittel“) halten die Schuhsohle flexibel und sorgen dafür, dass sie  lange Zeit Stöße abfedert und sich nicht so schnell abnutzt.

Viele Modelle enthalten auch leichte Zwischensohlen aus aufgeschäumten Kunststoffen (Polyolefine). Die wirken wie ein Kissen und fördern den Laufkomfort. Hergestellt werden solche Schäume etwa von Chemie-Unternehmen Dow Chemical mit Sitz in Rheinfelden.

Nie mehr einen Platten

Pfffft. Ein Nagel auf dem Radweg, schon ist der Reifen platt. Aber nicht mehr lange: Eine neue Entwicklung („Michelin Protek Max“) verhindert, dass Radler ein Plattfuß ausbremst.

„Einstiche im Schlauch verschließen sich bei unserem neuesten Reifen-Modell von selbst“, erklärt Andreas Müller vom Reifen-Spezialisten Michelin in Karlsruhe.

So funktioniert’s: Der Schlauch drückt das Loch mithilfe speziell geformter Gummiwülste auf der Lauffläche und kreisförmiger Noppen auf der Flanke zusammen (siehe Foto in der Galerie). Müller: „Ein Gel im Inneren dichtet die beschädigte Stelle zusätzlich ab.“

Vereinsfarbe aufs Shirt

Spielernamen, Vereinslogos, Sponsoren – häufig sind Sporttextilien bedruckt. Wie aber kommen die flauschigen Buchstaben und Zahlen aufs Trikot? Möglich macht’s das Chemie-Unternehmen CHT R. Beitlich in Tübingen – mit einer „Flockfolie“.

„Das ist ein samtähnliches Material auf einer Trägerfolie“, sagt Armin Traub, Leiter des Technischen Services Druck. Motiv ausschneiden, aufpressen, fertig.

Das Unternehmen produziert zudem Substanzen zur Stoffbehandlung (Textilhilfsmittel). Sie lassen etwa Flüssigkeiten abperlen. Die Sportkleidung bleibt länger trocken, Schmutz kann sich kaum festsetzen.

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