Die Vorhersage der Institute und Finanzhäuser auf einen Blick

So läuft die deutsche Konjunktur 2016

Was kommt denn da? Beim Blick in die Zukunft helfen Experten. Foto: Plainpicture

Köln. Am besten noch so ein Jahr wie 2015 – das hätten die meisten Deutschen gern, wenn es nach ihrer ganz persönlichen Bilanz geht: „Die fällt herausragend aus“, berichtet Professorin Renate Köcher, Chefin der Allensbach-Meinungsforscher. „Für 65 Prozent war es ein gutes Jahr. Nur 16 Prozent sind unzufrieden.“

Für die nächsten Monate macht sich da leichte Skepsis breit: „Eher bergab“, antworten 25 Prozent auf die Frage, wie es wohl mit unserer Wirtschaft weitergeht. Etwas weniger, 19 Prozent, glauben „eher bergauf“ (die anderen sagen „stabil“ oder „weiß nicht“). Doch was prognostizieren die, die es wissen müssen – die Wirtschaftsexperten?

Das zeigt besonders genau die in London ansässige Beratungsfirma Consensus Economics: Sie verdichtet die Vorhersagen von 30 Wirtschaftsforschungsinstituten, Banken und Versicherungen in Deutschland. Im Dezember ergab sich im Durchschnitt das folgende Bild für 2016:

  • Wachstum. Um 1,8 Prozent erhöht sich dieses Jahr voraussichtlich das Bruttoinlandsprodukt, also die Menge aller in Deutschland erzeugten Waren und Dienstleistungen. Das wäre ein ähnlicher Anstieg wie 2015. Auch die Industrieproduktion legt der Prognose zufolge immerhin um 1,5 Prozent zu. Dazu muss man allerdings wissen: Unsere Betriebe liefern dann insgesamt gerade mal 4 Prozent mehr als 2008, im Jahr vor dem tiefen Einbruch wegen der globalen Wirtschaftskrise.

 

 



  • Verbraucherpreise. Auch 2016 muss uns die Inflation keine Sorgen machen. Im Durchschnitt rechnen die Experten mit 1,3 Prozent Teuerung. 2015 hatte der zuvor dramatisch abgestürzte Ölpreis für eine zeitweise extrem niedrige Inflation gesorgt (Grafik). Auch wenn wir weiter recht günstig tanken und heizen – im Jahresvergleich wird sich das eben nicht mehr so stark auswirken. Übrigens: Seit der Wiedervereinigung war der Anstieg der Verbraucherpreise in 18 von 25 Jahren stärker als nun fürs neue Jahr erwartet.
  • Arbeitslosigkeit. Trotz der vielen Flüchtlinge bleibt der Job-Markt zunächst stabil. Die Institute und Finanzhäuser rechnen mit 6,4 Prozent Arbeitslosenquote (das ist der Anteil der gemeldeten Arbeitslosen an allen Erwerbspersonen außer Soldaten). Allerdings kämpft die Industrie mit einem Problem: Die Arbeitskosten sind in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. So etwas wird in der Regel mit Zeitverzug zu einer ernsten Gefahr für die Beschäftigung.

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