Forschung im Glashaus

So lässt farbiges LED-Licht von Osram die Pflanzen sprießen

Regensburg. Nicht nur gießen und düngen muss man Pflanzen – zum Wachsen brauchen sie auch Licht. Der Leuchtmittelhersteller Osram Opto Semiconductors in Regensburg hat spezielle Leuchtdioden (LED) für den Einsatz in Gewächshäusern entwickelt. Sie sorgen dafür, dass Setzlinge und Pflanzen für Obst und Gemüse noch besser gedeihen.

Farbiges Licht unterstützt die Entwicklung von Blüte, Blatt und Frucht. Neu ist eine tiefrote Diode. Sie verbreitet einen sanften, pinkfarbenen Schimmer wie am Abendhimmel. Das mögen vor allem Tomaten, Paprika und Rosen, wie Versuche zeigten.

Die Paprika streckt ihre Triebe, denn sie denkt, dass sie im Schatten steht

Mit einer Wellenlänge von 730 Nanometern liegt das Licht im Grenzbereich zum Infrarot. Es ist daher kaum wahrnehmbar für unsere Augen. Die winzige Diode misst samt Gehäuse nur drei mal drei Millimeter, hat es aber in sich. Sie trickst die Pflanzen aus. Dazu nutzt sie den Effekt der Schattenflucht. Alexander Wilm, Experte für LED-Anwendungen von Osram, erklärt es so: „Strahlt man eine Pflanze mit dem Speziallicht an, denkt sie, sie steht im Schatten und will ans Sonnenlicht. Also streckt sie sich und wächst.“

Übertreiben darf man es allerdings nicht mit der künstlichen Beleuchtung, sonst „schießen“ die Triebe in die Länge. Auf das richtige Rezept kommt es an. Osram liefert die Technik dazu. Wie die Leuchten im Gewächshaus dann genau kombiniert werden, daraus machen die Betreiber ein Geheimnis. Wilm: „Da hat jeder unserer Kunden sein eigenes Rezept.“ Optimal angepasst, lässt sich das Wachstum von Pflanzen mit Licht um bis zu 40 Prozent erhöhen.

Während das tiefe Rot dazu dient, die Kontrolle über die Pflanze zu gewinnen, um sie zum Wachsen zu bringen, liefern blaues und rotes Licht die Energie dazu. Diese beiden Farben, bei Osram seit längerem im Programm, unterstützen die Fotosynthese. Das ist der biochemische Vorgang, mit dem Pflanzen mithilfe des Blattgrüns Sonnenlicht in Energie umwandeln. Tiefblaues Licht mit einer Wellenlänge von 450 Nanometern (nm) sorgt für die Entfaltung der Blüte, hyperrotes (660 nm) regt das Stammwachstum an.

Die LED brauchen ein Drittel weniger Energie als sogenannte Natriumdampflampen, die bisher in Gewächshäusern eingesetzt werden. Und die Dioden strahlen keine Wärme ab. Sie können daher direkt über der Pflanze platziert werden und schädigen die zarten Triebe nicht.

Das ist praktisch für den Anbau auf engstem Raum, zum Beispiel dem „Urban Farming“. Bei der Pflanzenzucht in der Stadt werden Kräuter, Obst und Gemüse unterirdisch und in Regalen in mehreren Lagen übereinander gezogen. Das nötige Licht liefern LED.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang