Tipp der Woche

So gibt’s die volle Zulage


Genaues Hingucken lohnt sich: Vater Staat legt auf die Spargroschen was drauf. Foto: Photothek.net

Subvention für Arbeitnehmer: Staat hilft bei der Vermögensbildung

Für vermögenswirksame Leistungen gibt es die Arbeitnehmer-Sparzulage. Ein alter Hut, meinen Sie? Von wegen! Nach wie vor verzichten viele Arbeitnehmer  ganz auf dieses Geschenk von Vater Staat – oder sie holen es sich nur teilweise ab. Das liegt auch an einigen Vorurteilen, die beim Kantinen-Plausch aufzuschnappen sind.

Vorurteil Nummer 1:

„Das ist doch nur was für Azubis und für andere, die wenig verdienen.“ Falsch. Ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern zum Beispiel kann die Sparzulage noch bei einem Monatsbrutto jenseits der 4.000 Euro einstreichen.

125 Euro pro Jahr

Vorurteil Nummer 2:

„Das lohnt sich nicht wirklich.“ Auch falsch: Jahr um Jahr sind pro Kopf bis zu 125 Euro Sparzulage drin. Steuerfrei. Wer diesen Höchstbetrag einsammeln will, muss 870 Euro im  Jahr  anlegen.

Vorurteil Nummer 3:

„Ich habe keinen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen des Betriebes – also muss ich auf die Sparzulage verzichten.“ Schon wieder falsch. Denn subventioniert sparen kann man auch auf eigene Faust!

Ein Arbeitgeber ist laut  Vermögensbildungsgesetz dazu verpflichtet, auch freiwillige Spar-Raten eines Mitarbeiters auf dessen spezielles Konto für vermögenswirksame Leistungen zu überweisen – damit sich der Mitarbeiter die staatliche Zulage abholen kann.

Dieses Verfahren nennt sich „Anlage von Teilen des Arbeitslohns“. Auf diese Weise können übrigens auch tariflich oder per Arbeitsvertrag vereinbarte vermögenswirksame Leistungen aufgestockt werden. „Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Auf Antrag überweist fast jeder  Arbeitgeber den vollen Betrag“, betont die Allianz Dresdner Bauspar AG – damit die Mitarbeiter die volle Zulage kassieren können.

Vorurteil Nummer 4:

„Das ist alles so entsetzlich kompliziert.“ Da ist nun leider ein bisschen was dran: Es gibt zum Beispiel diverse begünstigte Sparformen. Aktienfonds oder Bausparvertrag? Darüber sprechen Sie am besten mit Ihrer Hausbank. Und ruhig auch darüber, welche Spar-Rate Sie sich leisten wollen: Denn über die staatlich geförderte Anlage kann normalerweise erst sieben Jahre nach Vertragsbeginn verfügt werden.

Kreuzchen in der Steuererklärung

Manches ist auch einfacher, als man denkt: Ehepartner können alle ihre Spar-Leistungen auf einen Vertrag lenken.

Vorurteil Nummer 5:

„Man muss mit dem Finanzamt um die Zulage kämpfen.“ Naja – nicht wirklich. Damit Vater Staat die Kohle rausrückt, muss in der Steuererklärung nur ein Kreuzchen mehr gemacht werden: auf der ersten Seite, ganz oben, im Kästchen „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage“.

Beigefügt werden muss dann nur noch ein Zettel namens „Anlage VL“. Aber der kommt automatisch per Post ins Haus – und ist schon fertig ausgefüllt: Diese Arbeit übernimmt kostenlos das  jeweilige Anlage-Institut.

Die Einkommensgrenzen

Die Arbeitnehmer-Sparzulage gibt es nicht für alle:  Das „zu versteuernde Einkommen“ darf nicht zu hoch sein.

  • Für Ledige sind 17.900 Euro im Jahr die Grenze.
  • Für Ehepaare gilt das Doppelte – 35.800 Euro.

Der Brutto-Verdienst kann aber viel höher sein – je nach persönlichen Umständen! Beispielsweise bekommt ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern die Zulage laut Postbank bis zu einem Jahresbrutto von 52.430 Euro.

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Schlagwörter: Private Finanzen

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