Tipp der Woche

So gelingt der Online-Kauf


14 Tage Bedenkzeit: Ein Internet-Einkauf kann problemlos rückgängig gemacht werden. Foto: fotolia

Tipps in Sachen Sicherheit, Rückgabe & Co.

Einkaufen im Netz: Manch einer scheut sich noch davor. Wie man beim Online-Shopping nicht daneben greift, hat uns Anwalt Carsten Föhlisch erklärt. Er ist Justiziar der Kölner Zertifizierungsfirma Trusted Shops und hat eine Doktorarbeit zum Thema geschrieben.

Wie findet man heraus, ob ein Online-Shop seriös ist?

Ein gut gestalteter Internet-Auftritt ist noch keine Garantie, dass ein Händler ordentlich arbeitet. Sicherheit bieten die seriösen Prüfsiegel. Auch ein Check des Händlernamens per Suchmaschine kann hilfreich sein.

Wenn Preise extrem unter marktüblichem  Niveau liegen, besteht die Gefahr, dass die Ware gestohlen ist oder gar nicht existiert. Ein schlechtes Zeichen ist auch, wenn eine Firma bei Rückfragen nicht erreichbar ist.

Worauf sollte man bei einer Bestellung achten?

Beim Preisvergleich sollte man genau hinsehen, welche Zusatzkosten anfallen. Sensible Daten sollten verschlüsselt übertragen werden (erkennbar daran, dass die Netzseite mit https: anfängt).

Welche Lieferzeit muss ich akzeptieren?

Ist nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben, muss die Ware sofort geliefert werden, das heißt: innerhalb von zwei bis fünf Werktagen.

Welche Zahlungsform ist angeraten?

Am sichersten ist: Zahlung  gegen Rechnung. Bei einer Einzugsermächtigung kann man sein Geld sechs Wochen lang zurückbuchen lassen. Zuverlässig ist auch die Zahlung per Nachnahme, per Kreditkarte oder über seriöse Dienstleister wie „PayPal“. Wer vorab überweist, sieht sein Geld im Zweifel nicht wieder: Das sollte also nur machen, wer den Anbieter  schon kennt oder einen „Käuferschutz“ wie bei Trusted Shops nutzen kann.

Was sollte ich tun, wenn Ware ewig nicht ankommt?

Man kann die Bestellung „in Textform“ (per Brief, Fax oder E-Mail) widerrufen. Sollte die Ware dann doch noch kommen, kann man die Annahme verweigern oder das Paket ungeöffnet zurückschicken.

Was tun, wenn die gelieferte Sache nicht in Ordnung ist?

Für Transportschäden haftet der Händler. Beschädigte Pakete sollte man nicht erst annehmen. Ist die Ware an sich mangelhaft, gilt die gleiche Gewährleistung wie beim Kauf  im normalen Laden.

Und was, wenn ein Produkt völlig anders aussieht, als man erwartet hat?

Jeder Kunde hat ein gesetzliches Widerrufsrecht von mindestens 14 Tagen nach dem Erhalt: Man kann die Ware ohne Angabe von Gründen zu-rückschicken – und  bekommt sein Geld zurück.

Darf ich die Ware testen?

Ja, man darf sie kostenlos ausprobieren. Sendet man sie dann doch zurück, kann der Händler nur selten etwas abziehen. Etwa, wenn der Käufer eine Tasse Kaffee über den Laptop gekippt hat.

Was muss ich bei einer Rücksendung beachten?

Die Ware sollte mit Nachweis versandt werden, also zum Beispiel als Paket. Die Kosten der Rücksendung trägt ab einem Warenwert von 40 Euro der Händler – viele Anbieter übernehmen die Kosten aber auch bei geringeren Beträgen.

Zeichen des Vertrauens

Die vom Bundesjustizministerium unterstützte Initiative „D 21“ empfiehlt, beim Online-Einkauf auf bestimmte Gütesiegel zu vertrauen. Sie finden sich in der Regel auf der Startseite eines Anbieters; manches Netz-Geschäft hat sogar mehr als eines dieser Siegel zu bieten.

Ein Hinweis für Fortgeschrittene: Beim Klick auf so ein Siegel (oder den dazugehörigen Link) muss sich ein gültiges Zertifikat öffnen, die Netz-Adresse muss die der Gütesiegel-Prüfstelle sein.

Mehr zum Thema unter www.internet-guetesiegel.de

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Schlagwörter: Internet Recht

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