Job-Bilanz

So geht es weiter


Das Herbstgutachten der Wirtschaftsforscher: Vorsichtig optimistisch

Berlin. Selten standen Wirtschaftsforscher so im Rampenlicht: Acht Institute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben der Regierung ihre Vorausschau für das kommende Jahr präsentiert – zwei Tage nach deren 500-Milliarden-Euro-Paket zur Rettung der Finanzmärkte.

Wie sicher sind unsere Arbeitsplätze? „In diesen Wochen erlebt die Weltwirtschaft ihre schwerste Bewährungsprobe seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Für die Ökonomen heißt das: Es gibt ein „Basis-“ und ein „Risiko-Szenario“.

Was passiert an der Lohnfront?

Im Basis-Szenario, dieser Satz macht Hoffnung, „erreicht die Arbeitslosenquote 2009 im Jahresdurchschnitt den gleichen Wert wie in diesem Jahr“. Es gehen zwar 80.000 Jobs verloren, aber wegen der schrumpfenden Bevölkerung bringt das nicht mehr Zulauf bei den Arbeitsagenturen.

Doch die deutsche Wirtschaft steht am Scheideweg. Das Risiko-Szenario „halten die Institute nach wie vor für weniger wahrscheinlich als ihre Basisprognose“. Aber: Die Gefahr, dass es eintritt, „hat sich in den vergangenen Wochen vergrößert“.

Im Risiko-Szenario würden sich wegen der Bankenkrise „die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte deutlich verschlechtern“. Die Zahl der Arbeitsplätze läge im Jahresmittel um 400.000 niedriger als dieses Jahr. Es gäbe 350.000 Job-Sucher mehr.

Zwar wären auch dann die meisten noch gut dran: „Auf- grund des Fachkräftemangels werden viele Unternehmen versuchen, ihr qualifiziertes Personal zu halten“, heißt es. „Sie werden auf den Produktionsrückgang zunächst mit Abbau von Überstunden reagieren.“ Aber auch mit der „Kündigung von Zeitarbeit-Verträgen“. Selbst im Risiko-Szenario blieben drei Viertel des Job-Aufbaus seit 2005 bestehen.

Beim Stundenlohn unterstellt die Prognose für die Gesamtwirtschaft ein Plus von 2,7 Prozent. Damit „wird der Verteilungsspielraum nahezu ausgeschöpft“, urteilen die Institute – zu denen auch das Gewerkschaftsinstitut IMK in Düsseldorf gehört. „Von den Arbeitskosten gehen kaum noch positive Impulse auf die Beschäftigung aus.“

Das Säbelrasseln im größten Industriezweig Metall und Elektro, wo die IG Metall 8 Prozent mehr  forderte, sehen die Forscher offensichtlich gelassen. Zu optimistisch?

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