Zulieferer

So deutsch ist Rolls-Royce


Die britische Luxuslimousine: ein Symbol unseres Exportmodells

Beim Einsteigen schadet es nicht, dem Rat britischer Benimm-Experten zu folgen. Denn der Weg in den Fonds eines Rolls-Royce führt durch Türen, die hinten angeschlagen sind. Da heißt es „drehen, ducken und sich entspannt in den Rücksitz gleiten lassen“.

Das Fahren in diesen rollenden Palästen darf ohne Übertreibung majestätisch genannt werden. Und doch stammen tragende Teile aus bürgerlichen Verhältnissen. Sie sind „Made in Germany“.

So ruht die Karosserie des 2,5 Tonnen schweren neuen Modells „Ghost“ auf einem Aluminiumrahmen aus dem BMW-Werk Dingolfing. „Hier bilden 150 Fachkräfte und 38 Roboter eine einzigartige Kombination aus Handarbeit und Hightech“, sagt Ulrich Oswald, Chef des Karosseriebaus in Niederbayern, stolz.

Ledersitze passend zum Lippenstift

Und aus Oberbayern stammt das Leder für die wuchtigen Sitzmöbel. Denn dort weiden die Bullen auf grünen Wiesen. Sie werden nicht von Moskitos zerstochen, wie die Rinder von den amerikanischen Steppen.

„Man will doch keine Narben im Sitz haben“, sagt Marcus Adelmann, Geschäftsführer der Gerberei Wert-Leder im sächsischen Freiberg. In diesem einst „volkseigenen Betrieb“, der vor der Wende unter anderem Lederriemen für Funkgeräte herstellte, werden die Häute aufbereitet.

Die 70 Spezialisten färben sie in jedem Ton, den sich ein Kunde wünscht. Als Vorlage dient auch schon mal ein Lippenstift. Unterhalb des edlen Leders werden sich später Metallsitzgestelle verbergen, die vom Zulieferer Faurecia in Geiselhöring (Niederbayern) stammen.

Bei den Holzverkleidungen sorgt ein Lieferant aus dem Schwarzwald für eine Auswahl aus 17 Edelhölzern. Das Material, das er in aller Welt zusammenkauft, kostet pro Kilogramm mehr als 1.500 Euro. Es wird nach einem Verfahren in hauchdünnes Furnier geschnitten, das vor 2.000 Jahren die Schreiner der Pharaonen entwickelten.

Da ist die Technik für die Acht-Stufen-Automatik auf einem deutlich neueren Stand. Das Getriebe stammt vom ZF-Konzern aus Friedrichshafen am Bodensee. Elektronikteile steuert die Dräxlmaier-Gruppe aus Vilsbiburg in der Nähe von Landshut bei.

Auch der Chef stammt aus Deutschland

Und dass der 521 PS starke Motor aus dem BMW-Werk in München kommt, weiß in Bayern wohl schon jedes Kind.

So viele Teile aus Deutschland in einem Rolls-Royce: kein Problem für den Chef der Auto-Manufaktur in Goodwood südlich von London. Schließlich ist Torsten Müller-Ötvös selbst ein deutsches Exportmodell.

Er beschreibt die Qualitäts-Philosophie der britischen Marke so: „Wir müssen nicht von Anfang an alles selbst entwickeln. Es war immer unsere Maxime, das Beste zu nehmen, was der Markt hergibt.“

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BMW AG Werk Dingolfing

Wert-Leder GmbH

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Wert-Leder GmbH
An der Zugspitze 42
09599 Freiberg

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Faurecia Autositze GmbH & Co. KG Werk Geiselhoering

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Faurecia Autositze GmbH & Co. KG Werk Geiselhoering
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94333 Geiselhoring

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Landshuter Straße 100
84137 Vilsbiburg

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