Energie-Wende

So bleibt Strom bezahlbar


Düsseldorf. 80 Prozent Ökostrom will die Regierung bis 2050 durchsetzen – und schon bei 25 Prozent kocht die Volksseele. „Strom-Wut“, schreibt „Bild“ in riesengroßen Lettern. „Jetzt zahlen wir die Zeche für die Energie-Wende.“

Der Anlass: Ab Januar blecht ein typischer Haushalt monatlich 5 Euro mehr Ökostrom-Umlage. Das ist erst der Anfang. Wenn wir erneuerbare Energie so pampern wie bisher, wird es höllisch teuer. Dabei geht es auch anders.

52 Milliarden Euro Ersparnis

Der Ausbau des Ökostroms, sagt der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor Justus Haucap zu AKTIV, lässt sich auch mit einem marktwirtschaftlichen Fördersystem erreichen: „Das erspart jedem Haushalt über die nächsten acht Jahre mehr als 1.000 Euro.“

Bisher garantiert der Staat feste Einspeisevergütungen – was wegen des Ausbaus vor allem von Offshore-Windrädern und Solardächern schon bis 2020 mit insgesamt 59 Milliarden Euro extra zu Buche schlagen würde. Die Kosten ließen sich auf 7 Milliarden Euro verringern, hat das Essener
Wirtschaftsforschungsinstitut RWI vorgerechnet.

Und so funktioniert die Alternative: „Der Staat“, so Haucap, „gibt eine fixe Abnahmemenge für Grünstrom vor, die jährlich erhöht wird.“ Und setzt die Regeln so, dass die günstigsten Anbieter zum Zuge kommen. „Der Preis für Ökostrom bildet sich dann wie bei jedem anderen Produkt – auf dem Markt“, erklärt der Professor, einer der renommiertesten Wettbewerbsexperten im Land.

Druck vom Wirtschaftsminister

So würde etwa der Besitzer eines Windrades in der Eifel die Energie zum ganz normalen Preis ins Netz einspeisen. Zusätzlich zum Verkaufserlös erhält er vom Netzbetreiber für diese Menge ein Zertifikat, das er zu Geld machen kann – beim Stromversorger, beim Stadtwerk oder auch an der Börse. Die Endverkäufer wiederum müssen durch genügend Zertifikate nachweisen, dass sie das Mengenziel der Regierung erreicht haben.

Im Ergebnis würde das dazu führen, dass Ökostrom stets mit der preiswertesten Technik und an den günstigsten Standorten erzeugt wird.

Das Modell wurde schon vor Jahren vom Sachverständigenrat („Fünf Wirtschaftsweisen“) empfohlen. Nun rückt es in den Fokus: Die Energiewende verliert an Akzeptanz, auch die Industrie will eine rasche Kostenbremse – und Wirtschaftsminister Philipp Rösler drängelt: „Die Schmerzgrenze ist erreicht!“

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