Programm zum Abfahren

Siemens-Software erleichtert den Bau von Profi-Skiern

München/Zürich. Neue Ski, neues Glück: Kein schlechtes Motto für Viktoria Rebensburg, die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010.

Die gebürtige Tegernseerin startet in dieser Saison erstmals mit Ausrüstung der Schweizer Firma Stöckli. Auf neuen Brettern will sie wieder angreifen. Im vergangenen Winter hatte eine Lungenentzündung die Bayerin fünf Wochen außer Gefecht gesetzt und viele Rennen gekostet.

Damit das neue Material nicht nur Glück bringt, sondern passgenau auf Rebensburg und ihren Fahrstil zugeschnitten ist, kommt 3-D-CAD-Software vom Münchner Siemens-Konzern zum Einsatz. Hersteller Stöckli konstruiert mit dem Programm „Solid Edge“ seine Ski – sowohl die 30 Serienmodelle für Hobbyfahrer als auch die individualisierten Bretter der Profis.

„Wir gehen viel mit den Athleten testen“, berichtet Mathieu Fauve. Er ist Leiter für Forschung und Entwicklung von Stöckli und konstruiert die Formen für die Rennski der Stars, zu denen auch die slowenische Olympiasiegerin Tina Maze gehört.

Auf der Piste zeigen die neu entwickelten Ski dann zum ersten Mal ihr Fahrverhalten. Maze, Rebensburg und Co. können sie prüfen und danach ihre Wünsche an die Entwickler weitergeben. „Im Rennsport erhält man ein extrem genaues Feedback von den Sportlern“, sagt Fauve. „Meine Aufgabe ist es dann, alles zu optimieren.“

Insbesondere dabei hilft ihm die Siemens-Software. Denn sie verschafft einen enormen Zeitgewinn.

In nur einer Stunde ist der passgenaue Ski erstellt

„Früher hat man 24 Stunden gebraucht, um einen individuell angepassten Ski zu erstellen“, berichtet Michael Obst, Vorstandsvorsitzender der Siemens Industry Software AG in Zürich. „Heute ist Stöckli in der Lage, das in weniger als einer Stunde zu tun.“

Der Vorteil von „Solid Edge“: Die Beziehungen einzelner Maße zueinander können im Programm gespeichert werden. Wird dann an einer Stelle des Skis etwas verändert, berechnet die Software alle nötigen Anpassungen gleich mit. Zudem konstruiert das Programm nicht nur, sondern simuliert die Eigenschaften der Ski, versendet Informationen an die Fertigung und verwaltet Konstruktionsdaten.

„Solid Edge“ wird in vielen Industrien eingesetzt. Die Firma Kaspar Schulz etwa, ein Bamberger Brauereitechnik-Hersteller, plant mit der Software individuelle Brau-Anlagen. Und der Luftfahrt-Zulieferer Aerotech Peissenberg setzt sie für die Fertigungsplanung ein.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang