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Export: Ohne Euro-Land wäre nicht viel los

Köln. Der Euro ist im Gerede, manche träumen von der D-Mark – doch Angela Merkel hält dagegen: „Für un­ser eigenes Wohl“, sagt sie, brauchen wir die gemeinsame Währung etwa mit Frankreich, Italien und Spanien. „Wir Deutsche nehmen unsere Verantwortung wahr. Auch wenn sie schwer ist.“

Wegen hoher Schulden haben einige Euro-Länder Prob­leme, Kredit zu bekommen. Die EU spannt „Rettungsschirme“ auf – für die die Kanzlerin viel Steuergeld riskiert. Es geht um die „europäische Idee“. Und ganz profan: um deutsche Jobs.

Viermal so wichtig wie „BRIC“

Denn ein Blick in die aktuelle Export-Statistik zeigt: In den ersten zehn Monaten 2010 gingen nicht weniger als 41 Prozent unserer Ausfuhren in Länder der Währungsunion. Die wegen ihres Wachstums vielgerühmten „BRIC“-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) kauften nur 10 Prozent.

Viele Wirtschaftsexperten warnen deshalb eindringlich davor, den Euro infrage zu stellen. Ihr Argument: Wenn es wieder verschiedene Währungen gäbe, wäre die deutsche besonders attraktiv – und ihr Außenwert würde sofort stark steigen.

Die Lehre aus der Vergangenheit

„Viele unserer Nachbarn hätten weniger Geld, unsere Produkte zu erwerben“, folgert Professor Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). „Bei uns würden Löhne sinken, Arbeitsplätze gestrichen, wir müssten auf Wohlstand verzichten.“

Der Würzburger Professor  Peter Bofinger, der auf Vorschlag der Gewerkschaften im Sachverständigenrat der „Fünf Wirtschaftsweisen“ sitzt, stößt in Sachen Euro ins gleiche Horn: „Unsere Währung würde auf einen Schlag um 30 oder 40 Prozent aufwerten. Das wäre der Overkill für die deutschen Exporteure – weil ihre Waren auf den wichtigsten Absatzmärkten entsprechend teurer würden.“

Bofinger verweist auf früher: Mitte der 90er-Jahre gewann die D-Mark gegenüber Pfund, Lira und Franc stark an Wert. „Die deutsche Wirtschaft hat über ein Jahrzehnt gebraucht, um sich von diesem Schlag zu erholen.“

Deshalb die teuren Rettungsschirme. „Mit dieser Variante“, so Hüther, „fahren wir besser als ohne Euro.“

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