Logistik

Service-Vertrag bringt Arbeit nach Sachsen-Anhalt


Die Firma Tip Top sorgt für sicheren Chemietransport

 

 

Wittenberg. Nachts rollen sie aufs Firmengelände, riesige Kesselwagen der Eisenbahn. „Wenn wir morgens kommen, steht unsere Arbeit quasi schon vor der Halle“, schildert Anlagenmechaniker Steffen Sell.

 

 

 

Er und sein Team von der Firma Tip Top Oberflächenschutz Elbe in der Lutherstadt Wittenberg checken die Transportbehälter und bringen sie auf Vordermann.

 

 

 

„Wir haben mit einem großen Vermieter von Kesselwagen einen Service-Vertrag geschlossen“, erklärt Geschäftsführerin Doris Namislo. Der gab für das Unternehmen Tip Top in Wittenberg den Ausschlag zu investieren und ein neues Arbeitsgebiet aufzubauen. Insgesamt 2,2 Millionen Euro steckte der Spezialist für Korrosionsschutz (191 Mitarbeiter, 45 Millionen Euro Umsatz) in ein Service-Center und reaktivierte zudem einen alten Gleisanschluss.

 

 

 

Waggons bereits 20 Jahre im Einsatz

 

 

 

Sechs Beschäftigten gibt das nun Arbeit. Leiter des Teams ist Techniker Michael Tandel. Neu eingetroffene Waggons inspiziert er zunächst genau: Ist die Gummihaut, die sie innen auskleidet, noch okay? Gibt es Risse? Wie steht es um geflickte Stellen? Manche Kesselwagen haben schon 20 Jahre lang aggressive Chemikalien transportiert.

 

 

 

 

 

 

 

„Nach dem Check machen wir uns sofort an die Arbeit“, so Tandel. Genauigkeit ist bei der Reparatur oberstes Gebot: „Nicht auszudenken, wenn gefährliche Flüssigkeit austreten und aufs Gleisbett tropfen würde.“ Sieben bis zehn Tage braucht das Team für einen Transportbehälter.

 

 

 

Stolz macht sie, dass sie die Männer der ersten Stunde bei dieser Arbeit sind. „Wann bekommt man schon mal so eine Chance?“, fragt Tandel. Deshalb griff der 28-jährige Techniker sofort zu, als man ihm die Leitung des Teams anbot.

 

 

 

Tip Top gehört zur Münchner Stahlgruber-Gruppe, die Gewinne stets investiert. Auch für den Standort Wittenberg ist das eine Chance. „Aber“, so Geschäftsführerin Namislo, „jetzt müssen wir erst einmal die Kredite für unser neues Service-Center zurückzahlen.“

 

 

 

Marcel Duclau/Werner Fricke

 

 

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