Raumfahrt und Umwelt

„Sentinel 2A“: Neuer Airbus-Satellit hilft bei der Ernte und beim Klimaschutz

Ottobrunn. Ist der Weizen zu trocken? Braucht der Mais mehr Dünger? Mithilfe von Fotos aus dem All können Landwirte die Bewirtschaftung ihrer Felder künftig besser planen. Sie sehen, ob alles gut gedeiht und wo sie noch eingreifen müssen. Denn ein neuer Satellit des Raumfahrtunternehmens Airbus Defence and Space in Ottobrunn bei München beobachtet aus der Ferne ganz genau, wie es um die Ernte steht.

Ende Juni ist der Satellit „Sentinel 2A“ (nach dem englischen Wort für „Wächter“) vom Weltraumbahnhof Kourou in Südamerika gestartet. Er umkreist die Erde in 786 Kilometer Höhe. Sein Zwilling „Sentinel-2B“ folgt 2016; beide ergänzen die Radar-Aufnahmen des 2014 gestarteten „Sentinel 1“. Sie sind Teil des europäischen „Copernicus“-Programms zur Umwelt-Überwachung.

Die „Wächter“ erfassen in zehn Tagen die ganze Welt

Wichtigstes Instrument an Bord des neuen Satelliten ist eine hochauflösende Spezialkamera. Diese macht Aufnahmen in verschiedenen Lichtbereichen, vom sichtbaren Blau bis zum kurzwelligen Infrarot. Dazu tastet das Hightech-Instrument kontinuierlich einen 290 Kilometer breiten Streifen der Erde ab – und erfasst zunächst auf diese Weise innerhalb von zehn Tagen die gesamte Landfläche rund um den Globus neu.

Weil der Satellit dem Lauf der Sonne folgt und dadurch dieselben Gebiete immer zur gleichen Tageszeit überfliegt, sind die Lichtverhältnisse auf den Aufnahmen immer gleich. Veränderungen lassen sich so gut erkennen.

Die Daten dienen nicht nur der Land- und Forstwirtschaft.Weltweit kann jeder über die Europäische Weltraumorganisation ESA kostenlos auf die Informationen zugreifen. Sie sollen auch helfen, den Klimawandel besser zu verstehen. Zudem können Helfer nach Katastrophen wie Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen mit aktuellen Karten versorgt werden.

Airbus Defence and Space liefert insgesamt vier Sentinel-Satelliten und elf weitere Instrumente für die Weltraum-Missionen.


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