Innovationen

Seeschlange macht aus Wellenkraft Energie


Kautschukindustrie ist dabei: Luftfederbälge nutzen Kraft der Meereswellen

Hannover. Schon gewusst? Etwa 15 Prozent des weltweiten Strombedarfs könnten durch Wellenkraftwerke gedeckt werden. Allein in Europa donnern alljährlich Wasserwellen mit einer Energiemenge von rund einer Milliarde Megawattstunden gegen die Küsten.

Wenn es darum geht, aus Wellenkraft Energie zu gewinnen, ist auch die Kautschukindustrie dabei. Beispielsweise in Schottland.  Dort schafft die „Seeschlange“ namens Pelamis aus Wellenkraft Energie. Seeschlange heißt sie, weil vier riesige Stahlröhren schlangenähnlich auf der Wasseroberfläche schwimmen. Und damit sich dieses Ungetüm nicht von dannen macht, ist es am Meeresgrund so verankert, dass sich ihre Stahlröhren immer quer zum Wellenkamm ausrichten.

Das Auf und Ab der Wellen bewirkt, dass die einzelnen Röhren zueinander in Schwingungen versetzt werden. Hydraulische Zylinder nehmen die Bewegung auf und treiben wiederum sechs Generatoren an, die 750 Kilowatt Strom erzeugen. Ein Unterseekabel verbindet das Kraftwerk auf See mit dem Stromnetz an Land.

Faltenbälge sind eine Neuheit

Die Kautschukindustrie sorgt für hochflexible Dichtungen zwischen den Stahlröhren und Hydraulikzylindern. Bernd Stöter, bei ContiTech in Hannover für das Projekt verantwortlich, erklärt: „Gefordert waren öl- und seewasserbeständige Luftfederbälge mit Anschlussteilen aus Edelstahl – solche Faltenbälge sind ein echtes Novum.“

Seit 2004 wird so ein 120 Meter langes, feuerrotes Ungetüm in der Brandung vor der Küste der Orkney-Inseln erprobt. Der Prototyp des Herstellers Pelamis  hat in Härtetests Leistung und Ausdauer bewiesen.

Derzeit  werden  drei  rund 140 Meter lange und 750 Tonnen schwere Seeschlangen im portugiesischen Norden vor Povoa de Varzim zur ersten kommerziellen Energiegewinnung installiert. Wenn Pelamis die Erwartungen erfüllt, sollen 28 Maschinen dazukommen. Ohne die Kautschukindustrie läuft da nichts.

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