Forschung

Schwimmendes Großlabor im ewigen Eis


Das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" feiert seinen 25sten Geburtstag

Bremerhaven. Das Geburtstagskind ist noch bis Anfang Februar im Südozean unterwegs. Die 50 Wissenschaftler an Bord werden das Ökosystem des Eismeeres ausführlich untersuchen.

Diese Antarktisreise der „Polarstern“ ist der deutsche Beitrag zum „Internationalen Polarjahr 2007/2008“.

1,2 Millionen Seemeilen

Die „Polarstern“ ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 25 Jahren fährt das Schiff, dessen Eigner die Bundesrepublik ist, für das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven (AWI). Es hat auf seinen insgesamt 22 Arktis- und 24 Antarktisreisen bis jetzt mehr als 1,2 Millionen Seemeilen zurückgelegt und 7.600 Wissenschaftlern aus 36 Ländern beste Arbeits- und Lebensbedingungen geboten.

Dabei ist jeden Tag was los an Bord. So gab es Alarm am 8. Januar: „Hallo, hier spricht Bram. Orcas vor dem Schiff. Schwertwale voraus!“ Bram ist der Großtier-Spezialist an Bord. Vögel, Robben, Wale – die sind sein Metier. Schwertwale sind die größten Delfine, die durch die  schwarz-weiße Zeichnung gut zu erkennen sind. Die Männchen können bis zu neun Meter lang werden und fünf Tonnen wiegen. Weibchen bringen es auf sieben bis acht Meter.

Eine neue Erkenntnis reift auf der „Polarstern“: Die sonst strahlend weißen Körperpartien der Orcas sind bei den Tieren in der Antarktis gelblich verfärbt. Denn mikroskopisch kleine einzellige Algen besiedeln die Haut der Tiere.

Auch um kleines Getier kümmert sich das Forscherteam im ewigen Eis: Krill, das ist tierisches Plankton. Bald wird die industrielle Nutzung von Krillprodukten (Nahrungsquelle für den Menschen) zunehmen. Welche Auswirkungen hat das auf das Krillvorkommen und damit auf das Ökosystem der Antarktis? Das wollen die Wissenschaftler mit einer Bestandsaufnahme untersuchen.

Versorgung für „Neumayer“

Um das alles zu untersuchen und zu dokumentieren, sind neun wissenschaftliche Labore an Bord untergebracht. Genug Raum für vielfältige Forschungsarbeiten.

Die „Polarstern“ hat auch andere Aufgaben: Sie versorgt  die deutsche Forschungsstation „Neumayer“ in der Antarktis mit allen lebenswichtigen Materialien, bringt die Wissenschaftler an den Südpol.

Die „Polarstern“ ist derzeit das weltweit einzige Schiff, das eine ganzjährige Forschung in den Polarmeeren ermöglicht.

„Seit 25 Jahren liefert uns die ,Polarstern’ wissenschaftliche Ergebnisse, die unser Verständnis für viele Teilbereiche der Erde ein gewaltiges Stück vorangebracht haben“, sagt AWI-Chefin Professorin Karin Lochte. 

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Schlagwörter: Forschung

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