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Euro-Rettungsschirm

Schuldenkrise: Endlich geht’s in Griechenland bergauf

Es zeichnet sich ab, dass die Griechen das dritte Hilfspaket nicht mehr voll beanspruchen werden. Doch wie viel Geld ist bisher eigentlich geflossen, und wie viel zahlt Deutschland? Die wichtigsten Fakten lesen Sie hier.

Neues Lebensgefühl in Athen: Die Griechen können jetzt auf bessere Zeiten hoffen. Foto: Roth

Neues Lebensgefühl in Athen: Die Griechen können jetzt auf bessere Zeiten hoffen. Foto: Roth

Athen/Luxemburg. Schon seit dem Jahr 2010 wird Griechenland mit immer neuen internationalen Hilfskrediten vor dem Kollaps bewahrt. Nun ist endlich ein Ende der finanziellen Abhängigkeit in Sicht! Beim Euro-Rettungsfonds ESM rechnet man damit, dass das Krisenland das noch bis zum nächsten August laufende dritte Hilfspaket nicht mehr voll in Anspruch nehmen wird.

Wie viel Geld ist eigentlich geflossen?

Seit 2010 haben sich Zusagen für insgesamt 367 Milliarden Euro Kredit summiert. Davon hat das Land 256 Milliarden tatsächlich abgerufen. Zum aktuell laufenden Hilfspaket sagt jetzt Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsfonds: „Wir freuen uns, dass die Darlehenssumme für Griechenland deutlich unter dem ESM-Programmdeckel von 86 Milliarden Euro bleiben dürfte.“ Und: Ab Sommer 2018 will das Land finanziell wieder auf eigenen Füßen stehen.

Wie haben die Griechen das Ruder rumgedreht?

Mit harten Reformen – Bedingung für die Hilfszahlungen. So wurden Steuern erhöht, Renten gekürzt, Schwarzarbeit zurückgedrängt, der Kündigungsschutz gelockert. Die Umsetzung lief zäh. Nun zeichnet sich ab: Der Haushaltsüberschuss 2018 (ohne die Kosten für den Schuldendienst) fällt wohl höher aus, als von den Geldgebern gefordert.

Was kostet uns die Rettungsaktion?

Das lässt sich nicht sagen, da Deutschland großteils in Form von Bürgschaften haftet: Wir geben nicht direkt Geld, sondern tragen einen Teil des Risikos, dass Kredite von anderen Geldgebern am Ende nicht getilgt werden.

Wie groß ist dieses Risiko für uns?

Der Krisenfonds ESM („Europäischer Stabilitätsmechanismus“) kann Krisenländern insgesamt mit bis zu 500 Milliarden Euro helfen. Für 27 Prozent davon steht Deutschland ein. Griechenland hat aber nicht nur Mittel aus dem ESM erhalten, sondern auch von anderen Gläubigern. Grob lässt sich sagen: Im schlimmsten Fall haften wir mit einem niedrigen dreistelligen Milliardenbetrag – also einer ganzen Menge Geld. Vorgesehen ist jedoch, dass Griechenland alle Kredite mit Zinsen zurückzahlt. Und dass die Tilgung komplett ausbleibt, halten Experten für sehr unwahrscheinlich.

Wieso tragen wir von allen Helferländern das größte Haftungsrisiko?

Weil wir wirtschaftlich stärker sind. Die Finanzierungsanteile der Mitgliedsstaaten des Rettungsschirms ESM ergeben sich aus ihrem Kapitalanteil bei der Europäischen Zentralbank.


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