Jugend forscht

Schüler entwickeln intelligente Ideen für den Alltag

Wiesbaden. Wie bettet man zu früh geborene Kinder? Das beschäftigt Sarah Schöngart (17), Lennart Ronge (18) und Christian Eckhardt (18). Die Schüler entwickelten spezielle Gel-Einlagen – und gewannen damit den ersten Preis im Fachbereich Technik beim Regionalwettbewerb Hessen West von „Jugend forscht“. Das Trio tritt im April mit allen anderen Siegern zum Landeswettbewerb in Darmstadt an.

Der Industriepark Kalle-Albert in Wiesbaden: Vorsichtig hebt Sarah eine Babypuppe aus einem Krankenhausbettchen. Die Schülerin zeigt auf eine Matratze aus grünem Kunststoff: „Darauf liegen Frühchen. Sie brauchen viel Wärme, diese Unterlage hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit.“ Der Nachteil: Die Matratze ist ziemlich hart, Neugeborene liegen sich darauf schnell wund.

Ein verbrannter Muffin regte zur Erfindung eines neuen Staubsaugerfilters an

„Wir haben deshalb spezielle Gel-Einlagen entwickelt“, erklärt Mitstreiter Christian Eckhardt. „Die sind weich genug für den kleinen Körper und lassen gleichzeitig Wärme gut durch“, ergänzt Lennart Ronge. Die drei Schüler der Main-Taunus-Schule in Hofheim sind mit ihrem Projekt „Warm und weich – ein Paradoxon“ angetreten. Insgesamt stellen sich 65 Jungforscher mit 39 Arbeiten einer 21-köpfigen Jury. Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Regionalwettbewerb Hessen West. Initiator und Gastgeber ist Infraserv Wiesbaden, die Betreibergesellschaft des Industrieparks. Sie stiftet den Kalle-Albert-Preis für Nachwuchsforschung.

Die Jugendlichen untersuchen etwa den Kohlendioxid-Gehalt der Luft oder entwickeln einen Tisch, dessen Korkauflage den Lärmpegel im Klassenzimmer senkt. Sie fragen sich, ob Bio-Kartoffeln wirklich gesünder sind und wissen, was in Kartoffelchips steckt.

Eine neue umweltfreundliche Energiequelle stellen Paul Niklas Schauß (14) und Amelie Zeisler (13) von der Gutenbergschule in Wiesbaden vor: „Wir haben getestet, ob man im hauseigenen Abwasser Chlorella-Algen züchten kann“, erklärt Amelie. „Die kann man als Heizmaterial nutzen, sie wachsen schnell nach, und das Brauchwasser wäre sinnvoll genutzt“, ergänzt Paul. Für diese Idee gab’s den ersten Preis in der Kategorie Biologie.

Manchmal entstehen gute Ideen auch aus Pannen. Wie bei Juliette Wismar aus Rüsselsheim: Ihr verbrannte ein Muffin im Ofen. Das inspirierte die 12-Jährige zu einem Staubsaugerfilter, der den Qualm unschädlich macht. Auch dafür gab es eine Auszeichnung.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang