Die Zahl der Ältesten steigt kräftig weiter

Schon 15.000 Menschen in Deutschland 100 Jahre und älter

Geht noch in die Vollen: Wolfgang Müller an seinem 107. Geburtstag. Foto: dpa

Wiesbaden. Hätten Sie das gedacht? In Deutschland leben mehr als 15.000 Frauen und Männer, die schon hundert Jahre oder älter sind. Genau 15.145 waren es Ende 2012 nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden. Damit hat sich ihre Zahl in den letzten drei Jahrzehnten in etwa versechsfacht!

Und Experten sind sich einig: Die Zahl der Methusalems nimmt weiter stark zu – dank der steigenden Lebenserwartung. Jedes zweite Kind, das nach dem Jahr 2000 in Deutschland geboren wurde, dürfte seinen 100. Geburtstag erleben, sagen Demografie-Forscher vom Max-Planck-Institut in Rostock voraus.

Der Optimismus ist so groß wie bei den 30 Jahre Jüngeren

Erfreulich: Viele der heute Ältesten halten sich wacker. Im März feierte zum Beispiel der Magdeburger Wolfgang Müller seinen 107. Geburtstag und schob auf der Kegelbahn im Pflegeheim eine flotte Kugel. Bis zum vergangenen Jahr hatte er sogar noch allein in einer Wohnung gelebt.

Dass es den Hochbetagten im Schnitt immer besser geht, bestätigt die 2013 veröffentlichte zweite „Hundertjährigen-Studie“ der Uni Heidelberg. „Die geistige Leistungsfähigkeit hat zugenommen – verglichen mit unserer ersten Umfrage elf Jahre zuvor“, berichtet Christoph Rott, Psychologe und einer der Autoren der Studie. „Und es gibt weniger Anzeichen für Demenz.“

Klar, im hohen Alter zwickt es an der einen oder anderen Stelle. „Aber Lebenszufriedenheit und Optimismus sind erstaunlicherweise im Schnitt in etwa auf dem Niveau von 65- bis 79-Jährigen“, sagt Rott.

Quietschfidel den Lebensjahren trotzen: Im zarten Rentner-Alter wollen immer mehr Menschen sogar noch berufstätig bleiben. 2013 war von den 65- bis 69-Jährigen schon jeder neunte erwerbstätig – 2003 war es jeder zwanzigste. Bundesweit 150.000 Frauen und Männer gehen, die diversen Ehrenämter und Nachbarschaftshilfen nicht mitgerechnet, ganz regulär einer Arbeit nach.

Und weitere 250.000 würden das gerne tun, schätzt das Deutsche Ins­titut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Die Regierung denkt jetzt über entsprechende Anreize für Betriebe nach – etwa Sonderregeln für geringere Sozialbeiträge und befristete Verträge.


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