Geld-Geschenke

Schöne Bescherung


Strahlende Augen: Oma und Opa haben sich hier nicht lumpen lassen. Foto: Roth

Wenn Opa Bares untern Baum legt – was dürfen die Kinder, was die Eltern?

 

 

Geld ist ein zwar langweiliges, aber trotzdem beliebtes Geschenk. Oft wünscht sich der Nachwuchs sogar ausdrücklich Bares, um sich damit einen ganz bestimmten teuren Wunsch zu erfüllen. Doch der Weihnachtsabend kann dann schnell in Tränen enden, wenn die Eltern mit den Shopping-Plänen der Kinderchen partout nicht einverstanden sind…

 

 

 

Schenker kann Zweck vorgeben

 

 

 

„Die Eltern haben das Recht zu bestimmen, was mit dem Geld gemacht wird“, erklärt Paula Honkanen-Schoberth, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes. Egal also, ob 20 oder 200 Euro: Die Eltern entscheiden, wo es langgeht.

 

 

 

Ausnahme: Der Schenkende gibt das Geld ausdrücklich für einen ganz bestimmten Zweck, etwa für das vom Enkel heiß ersehnte Mountainbike. „Dann müssen die Eltern sich daran halten und dürfen dieses Geld nicht für andere Dinge verwenden“, sagt die Expertin.

 

 

 

Das gilt aber nur, wenn mit der Ware keine Nachteile fürs Kind verbunden sind: Sportgeräte oder Ballerspiele, die den Eltern zu gefährlich sind, müssen sie nicht kaufen! In so einem Fall sollte man zusammen mit dem Spender überlegen, welche alternative Gabe finanziert werden soll.

 

 

 

Die Eltern können auch festlegen, dass das Kind aus ihrer Sicht noch zu klein für ein bestimmtes Produkt ist, und die Summe für einen späteren Kauf zurücklegen. Um Dramen unterm Weihnachtsbaum zu vermeiden, sollten sich die Erwachsenen vorher absprechen.

 

 

 

Der Nachwuchs darf mit geschenktem Geld auch nicht einfach einkaufen gehen: „Wenn Minderjährige Kaufverträge abschließen, müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen“, so Honkanen-Schoberth. Aus rein juristischer Sicht dürfen sich Kinder unter sieben ohne Einwilligung nicht mal ein Eis holen.

 

 

 

Käufe sind „schwebend unwirksam“

 

 

 

Ältere Kinder haben mehr Rechte: Sobald die Eltern einen bestimmten Betrag ausdrücklich zur freien Verfügung gestellt haben, darf der Nachwuchs diese Summe nach Lust und Laune verprassen. Das steht im Bürgerlichen Gesetzbuch, im sogenannten Taschengeld-Paragrafen.

 

 

 

Ohne diese Freigabe sind alle Geschäfte des Nachwuchses „schwebend unwirksam“: Die Eltern können den Kauf also wieder rückgängig machen! Erst ab dem 18. Geburtstag kann der Nachwuchs völlig frei über sein Geld verfügen.

 

 

 

Die Eltern wiederum können Geldgeschenke aber auf keinen Fall einkassieren und für sich selbst ausgeben. „Geschenktes Geld gehört grundsätzlich dem Kind“, betont Honkanen-Schoberth. Die Eltern dürfen es nur im Interesse des Nachwuchses verwenden.

 

 

 

Zwar geht es rechtlich noch in Ordnung, wenn davon statt Spielzeug nötige andere Dinge fürs Kind gekauft werden – Schuhe etwa oder Schulbücher. „Aber natürlich führt so etwas zu Enttäuschung und zerstört Vertrauen“, weiß die Expertin, „deshalb ist es empfehlenswert, mit den Kindern gemeinsam zu beraten, was mit dem Geld geschehen soll.“

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