Wie ein Professor die E-Mobilität revolutionieren will

Schnell-Ladestationen für Elektroautos zapfen bald die Oberleitungen von Straßenbahnen an


Aachen. Elektroautos haben ein Handicap: die geringe Reichweite. Die meisten Fahrzeuge müssen nach rund 150 Kilometern wieder an die Steckdose. Doch es mangelt bei uns an Stationen zum schnellen Laden der Akkus.

Jetzt könnte die E-Mobilität mehr Drive bekommen – dank einer Idee von Adolf Müller-Hellmann, Honorar-Professor an der Technischen Hochschule Aachen.

Der Experte für elektrische Nahverkehrssysteme will E-Mobile an Oberleitungen von Stadtbahnen, Trams und S-Bahnen aufladen. In weniger als einer halben Stunde wären die Batterien der Autos wieder voll.

Die ersten Pilotprojekte sollen bald anlaufen

„Nahverkehrszüge laufen mit Gleichstrom – und die Batterien von Elektrofahrzeugen werden mit Gleichstrom geladen“, erklärt Müller-Hellmann, der von 1998 bis 2008 Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen war: „Deshalb können die Ladestationen den Strom direkt aus den Fahrleitungen entnehmen. Oder aus den Unterwerken entlang der Strecken, die den Strom bereitstellen.“ Ideal für Ladestationen seien Parkplätze in Bahnnähe.

Vorteil seiner Idee: Man könnte auf eine vorhandene Infrastruktur zurückgreifen – was Investitionskosten und Zeit spare. Der Experte: „Im Nahverkehr gibt es bundesweit 4.200 Kilometer Oberleitungen – genug, um Tausende von Elektrofahrzeugen gleichzeitig aufzuladen.“

In Oberhausen und Bremen werden Pilotprojekte vorbereitet – zunächst zwar nur zur Ladung der Batterien von Elektrobussen. Doch die Infrastruktur ließe sich, betont der Experte, auch für Elektroautos und E-Bikes nutzen.

Wie Schnellladestationen die E-Mobilität antreiben, zeigt der US-Elektroauto-Pionier Tesla. Dessen Limousine „Tesla S“ war 2013 im Luxussegment in den Staaten das meistverkaufte Auto – vor allen konventionell betriebenen. Ein Grund: Die Firma hat ein dichtes Netz an Ladestationen aufgebaut. Und der Strom aus den Säulen ist kostenlos.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang