Nordkorea

Schadet Kims Irrsinn unserer Wirtschaft?

Gefährliche Provokation: Kim Jong-un (Mitte) droht mit Waffeneinsatz. Foto: dpa

Köln/Seoul. Seit Wochen droht Nordkoreas Diktator Kim Jong-un dem benachbarten Süden und den USA mit Krieg. Wenn der Korea-Konflikt eskaliert, hätte das auch Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Denn der reiche Nachbar Südkorea ist nicht nur die Zielscheibe der Attacken aus dem Norden. Mit riesigen Konzernen wie Samsung und Hyundai ist er die viertgrößte Wirtschaftsmacht in Asien – hinter China, Japan und Indien. Das Land versorgt uns unter anderem mit wichtigen Kleinteilen für die Elektro- und die Auto-Industrie: 2012 im Wert von 1,3 Milliarden Euro.

„Kommt es zu Lieferschwierigkeiten, könnten hierzulande Produktionsbänder stillstehen“, warnt Professor Thomas Schuster vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). „Denn die aus Südkorea importierten Teile sind kurzfristig oft schwer zu ersetzen.“ Betriebe, die das treffen könnte, wissen möglicherweise noch gar nichts von diesem Risiko, so der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Manchen Unternehmen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass einer oder mehrere seiner Zulieferer von Elektronik-Komponenten aus Südkorea abhängig sind“, sagt Ulrich Ackermann, der Leiter der Außenwirtschaftsabteilung.

Das merke man erst, wenn Teile tatsächlich nicht mehr zu haben sind. Nach der Tsunami-Katastrophe von Fukushima im März 2011 sei das auch so gewesen. Vor allem die Auto-Industrie bekam Engpässe von Elektronik-Lieferungen aus Japan zu spüren.

Zum Beispiel der Zulieferer Bosch. Allerdings hielten sich in der Produktion die Ausfälle und Verzögerungen nach Fukushima und der Flutkatastrophe in Thailand im selben Jahr in engen Grenzen, wie Sprecher Udo Rügheimer berichtet. Die Strategie von Bosch: Abhängigkeiten vermeiden. „Für wichtige Komponenten haben wir deshalb zwei oder mehr Lieferanten in verschiedenen Regionen.“

Manche Geschäftsleute aus dem Ausland sagen Termine in Südkorea ab

Und was ist aus Südkorea selbst zu hören? Manche Geschäftsleute aus dem Ausland sagen ihre Termine im Land ab, berichtet Frank Robaschik. Er ist in der Hauptstadt Seoul Repräsentant der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft GTAI.

„Hier überwiegen allerdings Gelassenheit und Routine“, stellt Robaschik fest. Denn die Südkoreaner sind seit langem Kriegsdrohungen der Kim-Dynastie aus dem Norden gewohnt. Kim Jong-un hat nun aber den Ton sowohl seines Vaters als auch seines Großvaters noch verschärft.


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