Gemeinsam handeln

„Rotes Telefon“ zur Bewältigung der Krise


Arbeitgeber und IG Metall wollen der Branche helfen

Frankfurt. Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen: Darin sind sich auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband HessenMetall einig. Gemeinsam will man der Branche helfen, die Rezessionskrise zu bewältigen, um Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern.

Armin Schild, Leiter des IG Metall-Bezirks Frankfurt, und Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenMetall, stellen einmütig fest: „Dafür brauchen wir eine Anlaufstelle und den kurzen Draht der Tarifpartner, gewissermaßen ein ,rotes Telefon’. So kann man sofort  auf den ,Werkzeugkasten Rezessions-Management‘ zugreifen und drohende Konflikte rasch entschärfen.“

Erlaubte Einschnitte

Erste Anlaufstelle von Unternehmen in der Krise sind die Bezirksgruppen-Geschäftsfüh­rer von HessenMetall in Kassel, Wetzlar, Frankfurt, Offenbach und Darmstadt oder der Leiter der zentralen Tarifabteilung beziehungsweise die Be­vollmächtigten der IG&Metall in den acht hessischen Verwaltungsstellen.

Der Werkzeugkasten hat es in sich. Er hält eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente be­reit. Das sind Einschnitte, die der Tarifvertrag erlaubt. Sie reichen von flexiblen Arbeitszeitsystemen über die Nutzung von Betriebsurlaub und Werkferien und die Anrechnung der Entgelterhöhung auf übertarifliche Leistungen sowie die Verschiebung der Entgelterhöhung aus dem jüngsten Tarifabschluss bis hin zur Einführung von Kurzarbeit. Auch der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung sowie Ergänzungstarifverträge können die Betriebe entlasten.

Beim Aufschwung sofort durchstarten

Beispiel: Ein von der Krise be­troffener Betrieb kann ge­mein­sam mit dem Betriebsrat be­schließen, die Arbeitszeit um fünf Wochenstunden zu senken, die Löhne entsprechend zu kürzen. Eine Firma mit 100 Be­schäftigten und einer Lohnsum­me von 5,5 Millionen Euro kann so fast 800.000 Euro sparen.

„2009 darf nicht zu einem Jahr der Entlassungen werden!“, fordert IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild.

Fasbender ergänzt: „Unternehmen sollen rechtzeitig mit angemessenen Maßnahmen auf die Krise reagieren können. Und zwar um zu verhindern, dass sie später, vielleicht zu spät, mit Entlassungen in großem Stil reagieren müssen.“

Und weiter: Die Phase der Unterbeschäftigung und schwachen Auslastung der Be­triebe sind mit einer nachhaltigen  Personalpolitik in Einklang zu bringen, die beim nächsten Aufschwung sofort wieder durchzustarten erlaubt. Das erfordert kluge Kompromisse.“

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