Na, geht doch!

Robuster Wechselkurs, wenig Inflation: Der Euro ist solide


Kiel/Frankfurt. Strahlend wie ein Sieger: Der Euro, den wegen der Schuldenkrise viele schon abgeschrieben hatten, ist obenauf. Im Kräftemessen mit dem Dollar ist er so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch verglichen mit allen anderen wichtigen Währungen, von Pfund und Franken bis zu Yen und Renminbi, hat das europäische Geld an Wert gewonnen.

„Die aktuelle Tendenz ist schon bemerkenswert“, sagt Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Seine Erklärung: In den Euro-Staaten geht es voran – mit der Konjunktur und in kleinen Schritten auch mit Reformen.

„Die Debatte, wie lange es den Euro noch gibt, ist erst einmal beendet“, stellt der Wirtschaftsforscher fest. So kehrte auf den Finanzmärkten das Vertrauen in unsere Währung zurück. Daran hat die Europäische Zentralbank in Frankfurt maßgeb­lichen Anteil.

Der Euro ist stabiler, als es die D-Mark in ihren letzten Jahren war

Im Juli 2012 hatte ihr Präsident Mario Draghi angekündigt, die Zentralbank werde alles tun, um den Euro zu retten. „Das hat den Spekulationen über ein Ende des Euro den Wind aus den Segeln genommen“, sagt Boysen-Hogrefe.

Von der Stärke unserer Währung profitieren wir auch als Verbraucher: Produkte aus Ländern außerhalb der Euro-Zone werden dadurch günstiger. Am besten ist das an den Preistafeln der Tankstellen abzulesen: Benzin und Diesel sind billig wie lange nicht – nicht zuletzt, weil der Rohstoff Erdöl auf dem Weltmarkt in Dollar bezahlt wird.

Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober gerade einmal 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Überhaupt: In den bisher knapp zwölf Jahren seit der Euro-Bargeldeinführung lag die Inflationsrate im Durchschnitt bei 1,6 Prozent. Also von wegen Teuro! Unser Geld ist sogar stabiler, als es die D-Mark in ihren letzten zehn Jahren war. Damals mussten wir im Schnitt pro Jahr 2,2 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen zahlen.

Kein Wunder, dass die Fan-­Gemeinde des Euro wächst. Im Januar 2014 tritt Lettland als 18. Staat der Währungsunion bei.

Rechnen Sie manchmal noch in D-Mark um? Schreiben Sie uns!

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