Automatisierte Geldanlage ist im Kommen

Robo-Advisors: Taugen sie schon was für Kleinanleger?

Er ist ein junger Markt und entsprechend wild in Bewegung: Start-ups aus der Finanzwelt („Fintechs“) und etablierte Banken pushen die automatisierte Geldanlage per Robo-Advisor. Was ist davon zu halten?

Automatisiert: So sollen auch Kleinanleger von der Börse profitieren können. Foto: Getty

Automatisiert: So sollen auch Kleinanleger von der Börse profitieren können. Foto: Getty

Stuttgart. Virtuelle Einkaufsberater: Die kennt man schon von einigen Online-Shops. Inzwischen gibt’s das auch für die Geldanlage – „Robo-Advisors“ sorgen für Wirbel.

Die Idee ist rasch erklärt: Man gibt ein, wie viel Startkapital man einbringen möchte, wie viel man dann monatlich sparen will, ob man einen bestimmten Betrag anpeilt oder einfach nur das Geld vermehren möchte – und wie riskant die Sache sein soll. Nach Registrierung und Legitimierung hat man dann einen automatischen Vermögensverwalter, der das Wertpapierdepot gemäß den Angaben betreut. Angelegt wird dabei in der Regel in kostengünstige Fonds, die oft einfach einen Aktien- oder Anleihen-Index nachbilden.

Solche spezialisierten Portale findet man bei klassischen Banken wie auch bei Start-ups aus der Finanzbranche („FinTechs“), die oft Kreditinstitute als Kooperationspartner haben. Unter brokervergleich.de/robo-advisor oder roboadvisorvergleich.de bekommt man einen guten Überblick.

Und erkennt schnell, dass es hier kein Know-how für lau gibt: Die Sache kostet etwa 1 bis 1,5 Prozent des angelegten Kapitals pro Jahr.

Für den Erfolg gibt es keine Garantie – Verluste sind möglich

„Die laufenden Kosten der Geldanlage sind nicht immer niedriger als in der Anlageberatung bei Banken“, sagt denn auch Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Und für den Erfolg gibt’s beim Robo-Advisor ebenso wenig eine Garantie wie bei der klassischen Geldanlage – Kursverluste sind natürlich möglich.

In der Praxis wird zunächst geklärt, wie viel Risiko der Anleger eigentlich eingehen möchte: Lieber „langfristig hohe Renditen“ – oder eher ein „ausgewogenes Rendite-Risiko-Verhältnis“? „So nebulös formulierte Fragen kann man nicht vernünftig beantworten“, warnt Nauhauser. „Wer die grundlegenden Zusammenhänge nicht kennt, läuft Gefahr, falsche Antworten zu geben und Renditechancen ungenutzt zu lassen – oder zu hohe Risiken einzugehen.“

Robo-Advisors sind derzeit wohl eher geeignet für Kunden, die sich sowieso schon mit der Börse auseinandergesetzt haben und Geld in Wertpapieren anlegen.

Die amtliche Zulassung sagt nichts über die Qualität aus

„Die Robo-Advisors erfinden sich im Moment noch“, meint Nauhauser. Und auf Dauer? „Im besten Fall steht Verbrauchern künftig ein Service zur Verfügung, der ihnen zu minimalen Kosten Zugang zu einem Wertpapierportfolio verschafft, das nach wissenschaftlichen Kriterien zusammengestellt wurde.“

Übrigens sind inzwischen viele der virtuellen Berater von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als Vermögensverwalter zugelassen. „Das sagt aber nichts darüber aus, ob sie gut oder besonders günstig sind“, betont Nauhauser.

Immerhin: Bei manchen Anbietern kann man schon mit kleinen Beträgen mitmischen. Wer sich dafür interessiert, sollte bei der Wahl des Robos einen Punkt sehr gründlich checken: Ist das Kapital geschützt, falls die Robo-Advisor-Firma oder auch die kooperierende Bank in die Pleite rutschen?


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