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Über-Kreuz-Policen vermeiden üble Steuerfalle

Risiko-Lebensversicherung für Paare: So sorgt man clever vor

Jung verliebt, gerade zusammengezogen – da will mancher dem Partner was Gutes tun, mit dem Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung. Dabei droht eine teure Steuerfalle! Wir erklären, wie man sich richtig absichert.

Risiko-Lebensversicherung empfohlen: Wer sich das Leben als gemeinsames Abenteuer zutraut, sollte auch für den Ernstfall vorsorgen. Foto: Adobe Stock

Risiko-Lebensversicherung empfohlen: Wer sich das Leben als gemeinsames Abenteuer zutraut, sollte auch für den Ernstfall vorsorgen. Foto: Adobe Stock

Berlin. Wer seine Liebsten auch im tragischen Ernstfall versorgt sehen will, kann eine Risiko-Lebensversicherung abschließen. So eine Police ist für wenig Geld zu haben, im Todesfall sollte sie mindestens drei bis vier Jahresnettogehälter aufs Konto bringen. Den Vertrag sollte man aber so gestalten, dass keine Steuern fällig werden.

In der Praxis läuft es oft noch anders – und damit zu riskant. Entweder gibt es nur einen gemeinsamen Vertrag, und die Versicherung zahlt, wenn einer der beiden versicherten Partner stirbt. Von dieser Variante raten Experten sowieso eher ab, weil sie – vor allem bei einer Trennung – zu unflexibel ist. Oder jeder Partner schließt einen eigenen Vertrag ab, bezahlt die Beiträge und vereinbart, dass bei seinem eigenen Tod der andere Partner als „Bezugsberechtigter“ das Geld bekommt.

Auch junge Paare sollten an die Erbschaftsteuer denken

In beiden Varianten kann eine richtig teure Steuerfalle drohen. Im Todesfall wird nämlich die Versicherungsleistung normalerweise zum sonstigen geerbten Vermögen hinzugerechnet. Und damit wird – so warnen die Stiftung Warentest und andere Verbraucherschützer – im Prinzip Erbschaftsteuer fällig.

Das ist vor allem für unverheiratete Paare wichtig: Der Steuerfreibetrag für Partner in „wilder Ehe“ beträgt nur 20.000 Euro! Jeder Cent darüber hinaus wird laut Gesetz mit satten 30 Prozent besteuert. Dazu ein Beispiel: Nach dem tödlichen Unfall eines unverheirateten Mannes zahlt die Versicherung 200.000 Euro an die Lebensgefährtin aus. Davon sind 180.000 Euro erbschaftsteuerpflichtig, das kostet dann 54.000 Euro Steuern.

Verbraucherschützer empfehlen eine spezielle „Über-Kreuz-Absicherung“

Bei Ehepartnern ist der Freibetrag mit 500.000 Euro zwar viel höher. Aber auch hier kann – vor allem bei sehr großen Versicherungssummen – die Auszahlung der Risiko-Police dazu führen, dass Erbschaftsteuer fällig wird.

Die Verbraucherschützer empfehlen deshalb eine dritte Variante, die sogenannte „Über-Kreuz-Absicherung“. Dabei braucht jeder Partner einen eigenen Vertrag, muss die Prämien von seinem eigenem Geld bezahlen (also nicht vom Gemeinschaftskonto!) und im Todesfall als Bezugsberechtigter selbst die Versicherungsleistung kassieren. Klingt schräg, ist aber sinnvoll: Auf diese Weise versichert der Mann nämlich nicht seinen eigenen Tod, sondern den der Partnerin. Umgekehrt schließt die Frau einen Vertrag auf den Tod des Mannes ab – beide versichern ihr Leben sozusagen über Kreuz.

Wie in den anderen Varianten auch bekommt jeder Partner nur dann Geld, falls der andere stirbt. Der Unterschied: Bei der Über-Kreuz-Versicherung ist die Erbschaftsteuer kein Thema. Auch Einkommensteuer wird nicht fällig, egal, wie hoch die Auszahlung ist (so steht es in einer Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums).


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