Wirtschaftslexikon

Riester-Rente

Seit 2002 können sich viele Deutsche mit staatlichen Zulagen und Förderungen eine zusätzliche private Altersvorsorge aufbauen: die Riester-Rente. Der Name geht auf den ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester zurück. Er hatte sie in der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder auf den Weg gebracht, nachdem die Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2001 reduziert worden war.

Eine Riester-Förderung erhalten vor allem sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer, zudem unter anderem Beamte und Empfänger von Arbeitslosengeld. Förderberechtigt sind auch die Ehepartner. Mittlerweile gibt es mehr als 15 Millionen Riester-Verträge.

Die maximale staatliche Zulage beträgt 154 Euro im Jahr und muss beantragt werden. Sie erhält, wer mindestens 4 Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Einkommens spart. Wird weniger zurückgelegt, sinkt die Förderung anteilsmäßig. Der Mindestsparbeitrag liegt bei 60 Euro im Jahr. Zudem gibt’s jährlich noch 185 Euro Zulage für jedes Kind, für alle ab 2008 Geborenen 300 Euro.

Darüber hinaus können Riester-Sparbeiträge bis zu 2.100 Euro im Jahr (inklusive Zulagen) als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Die Zulagen werden auf die Steuerminderung allerdings angerechnet. Zudem ist die ausgezahlte Riester-Rente dann ganz normal steuerpflichtig.

Die meisten zahlen in eine Rentenversicherung ein

Riester-Verträge gibt es für verschiedene Anlageformen. Die Palette reicht von klassischen privaten Rentenversicherungen bis hin zu Investmentfonds und Banksparplänen. Um zugelassen zu werden, müssen sie alle bestimmte Voraussetzungen erfüllen: etwa dass jederzeit der Anbieter gewechselt werden kann.

Im Rahmen des „Wohn-Riesters“ wird seit 2008 zudem selbst genutztes Wohneigentum staatlich bezuschusst. Sparer dürfen seitdem ihre Beiträge sowie ihr Kapital aus anderen Riester-Verträgen fürs Abbezahlen ihres eigenen Häuschens nutzen. Auch Bausparen wird gefördert.

Bislang machen die Deutschen von der Vielfalt der Angebote allerdings nur wenig Gebrauch. Mehr als zwei Drittel aller Riester-Verträge sind klassische Rentenversicherungen. Fast der gesamte Rest entfällt auf Investmentfonds.


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