Währung

Rettet den Euro!


5 Gründe, warum er jetzt nicht baden gehen darf

Frankfurt/München. Weil Griechenland in Schulden zu ertrinken droht, beschwören jetzt warnende Stimmen den Untergang des Euro. „Die Währungsunion könnte zerbrechen“, sagt zum Beispiel der renommierte amerikanische Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini. „Das Risiko steigt.“

Raus aus dem Euro – zurück zu 16 europäischen Einzelwährungen? In Deutschland wäre das vielen sehr recht: Jeder Dritte wünscht sich wieder die D-Mark, so eine Umfrage des Bankenverbands. Und viele Bürger wären sofort flüssig – denn mehr als 13 Milliarden Mark (umgerechnet 7 Milliarden Euro) horten sie bis heute in Münzen und Scheinen.

Doch gegen Euro-Skepsis und D-Mark-Nostalgie stehen fünf gute Gründe, die gemeinsame Währung nicht baden gehen zu lassen:

1. Niedrige Inflation. In der 50-jährigen Ära der D-Mark lag die Teuerungsrate deutlich höher.

Sie betrug durchschnittlich 2,9 Prozent, rechnet die Bundesbank vor. Seit 1999 waren es nur noch 1,6 Prozent. Damals wurde das „Euro-Buchgeld“ eingeführt, das Bargeld kam drei Jahre später.

2. Weniger Kosten. Die Vielfalt der Währungen auf unserem Kontinent hatte einen hohen Preis. Laut Münchner Ifo-Institut ging fast 1 Prozent der Wirtschaftsleistung für den Aufwand drauf, den das Bezahlen in diversen Währungen verursachte. Im Jahr 1998 machte das im heutigen Euro-Raum auf diese Weise 90 Milliarden D-Mark aus.

3. Schutz gegen Krisen. Ohne Euro hätte die jüngste globale Finanzkrise Deutschland und die anderen Staaten der Währungsunion viel härter getroffen. Beispiel Polen: Dort hatte der Zloty so dramatisch an Wert verloren, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) im Mai 2009 mit einer Kreditzusage eingreifen musste. Erst danach wurde die Abwärtsspirale gestoppt.

4. Globaler Einfluss. Im Wettstreit mit China und den USA gewinnt Euro-Land an Gewicht. Ein Indiz dafür: Der Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven stieg seit 1999 von 17 auf 27 Prozent, berichtet der IWF.

5. Vorteil für alle. Wir reisen nach Finnland oder Zypern, ohne Geld umzutauschen – und shoppen europaweit im Internet. Da können die 326 Millionen Bürger von Euro-Land nur hoffen, dass ihr Währungshüter recht behält: Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, nennt die Spekulationen um den Euro „absurd“.

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