Altersarmut

Rentner in Not sind noch ziemlich selten

Rentnerin beim Shoppen: Den meisten Senioren im Lande geht es gut. Foto: Straßmeier

Forscher geben Entwarnung – zumindest für die Gegenwart

Berlin. Immer wieder hört man: Unseren Rentnern ging es nie so gut wie heute! Andererseits wird vor wachsender Altersarmut gewarnt. Was stimmt denn nun? Zweimal im Jahr eine Kreuzfahrt – oder zweimal am Tag eine Mahlzeit in der Suppenküche?

2,6 Prozent beziehen Grundsicherung

Laut Statistischem Bundesamt sind 436 000 Menschen über 65 auf Sozialhilfe („Grundsicherung“) angewiesen. Das sind aber nur 2,6 Prozent dieser Altersgruppe. „Der Anteil ist erfreulich gering“, sagt Armutsforscher Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, „Armut unter Kindern und jungen Erwachsenen ist zurzeit weitaus stärker ausgeprägt als bei Älteren.“

„Kein drängendes Problem“

Auch der Wissenschaftliche Beirat beim Wirtschaftsministerium gibt jetzt in einer Studie zum Thema Entwarnung: „Altersarmut ist derzeit kein drängendes Problem.“

Ein westdeutscher Rentner hatte 2011 im Schnitt ein monatliches Netto von 1 615 Euro – nicht nur aus der gesetzlichen Rente, sondern insgesamt. Eine Rentnerin hatte 1 310 Euro. Diese Zahlen (für Alleinstehende) ergab eine Studie von TNS Infratest für den neuen Rentenversicherungsbericht der Regierung.

Aber: Das statistische „Armutsrisiko“ steigt. Längere Phasen der Arbeitslosigkeit oder mit niedrigen Verdiensten führen eben zu niedrigeren Anwartschaften bei der gesetzlichen Rentenversicherung.

Grabka hat ermittelt, dass insbesondere ostdeutsche Männer um die 50 mit geringen Renten rechnen müssen: In dieser Gruppe gebe es besonders viele „brüchige Erwerbsbiografien“.

Aber, so Grabka: „Personen, die eine lange Erwerbskarriere in der gesetzlichen Rentenversicherung mit einem Durchschnittslohn haben und idealerweise noch eine Betriebsrente, müssen kaum Sorgen vor Altersarmut haben.“

Altersvorsorge für Arbeitnehmer – kompakt erklärt
Mehr zum Thema lesen Sie in den folgenden drei Artikeln:


Die gesetzliche Rente ist künftig „nur noch eine Basis-Versorgung.“ So sagt es Professor Bernd Raffelhüschen, einer der besten Kenner der Materie. Und er warnt: Jeder Dritte im Lande „hat das Problem noch nicht kapiert“.

Wie stark soll die Rente sinken? Wie ehrlich ist die Renteninformation, die uns jährlich ins Haus flattert? Und was folgt daraus für jeden ganz persönlich? AKTIV erklärt den Stand der Dinge.

Für die zusätzliche Altersvorsorge gibt es eine Faustregel: Man sollte 6 bis 8 Prozent vom Jahresbrutto sparen – in welcher Form auch immer. Zwei Varianten lohnen sich für Arbeitnehmer aber ganz besonders.

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