Altersvorsorge

Rente mit 77 - was ist dran?


Ausnahme-Typen: Ron Wood und Mick Jagger (rechts) von den „Rolling Stones“ hören mit 67 bestimmt noch nicht auf... Foto: dpa

Der neue Wirbel um die Altersgrenze lenkt vom eigentlichen Problem ab

Köln. Nach der Reform ist vor der Reform – ein alter Politiker-Scherz. Kaum ist die

„Rente mit 67“ auf den Weg gebracht, da orakelt Bundesminister Wolfgang Schäuble schon wieder über eine „allmähliche Anhebung der Lebensarbeitszeit“. Und die „Bild“-Zeitung fragt prompt: „Arbeiten wir bald bis 77?“

Davon kann keine Rede sein. Die beiden besten Renten-Fachleute Deutschlands, die jahrelang den Reformstau kritisiert hatten, sagen jetzt: Das Thema ist abgehakt!

Politik hat ihren Job gemacht

„Das System der Altersvorsorge ist mittlerweile besser aufgestellt, als selbst Optimisten das vor Jahren für möglich gehalten hätten“, urteilt der Darmstädter Wirtschaftsprofessor Bert Rürup. Und sein Freiburger Kollege Bernd Raffelhüschen betont: „Der Staat hat seine Hausaufgaben gemacht – die Rente bleibt dadurch in den nächsten Jahrzehnten finanzierbar.“

Zu diesen Hausaufgaben gehört das nach langem Hin und Her beschlossene Gesetz zur Rente mit 67. Sie kommt gemächlich: Ab 2012 wird der Rentenbeginn um einen Monat pro Jahr verschoben,  ab 2024 um zwei Monate – und 2031 gehen die ersten Arbeitnehmer tatsächlich an ihrem 67sten Geburtstag in Rente.

Die für Experten wie Rürup „überflüssige“ Debatte über einen noch späteren Rentenbezug lenkt vom eigentlichen Problem ab: Unsere gesetzliche Rente fällt künftig nicht mehr so hoch aus wie heute.

Vorsorge-Lücke jetzt schließen

Um die Versorgungslücke zu stopfen, die sich durch die diversen Rentenreformen der vergangenen Jahre ergibt, müssen wir zusätzlich privat fürs Alter vorsorgen. „Dafür reichen aber bei einem typischen Arbeitnehmer 6 bis 7 Prozent vom Bruttolohn völlig aus“, betont Raffelhüschen. Bei einem Monatsbrutto von 3000 Euro wären das also um die 200 Euro.

Und der Staat hilft dabei – mit Zulagen und Steuervorteilen. Wer sich die Förderung für 2007 noch sichern will, muss schnell handeln.

Wie groß ist Ihre persönliche Rentenlücke? Erste Orientierung bietet unser kostenlose Selbsttest. Und welche Vorsorgeform ist die richtige? Fragen Sie Ihre Bank nach der „Riester-Rente“ und Ihre Personalabteilung nach den Angeboten der berufsständischen Versorgungswerke.

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