Freizeit

Rein ins kühle Nass


Die Freibad-Saison ist eröffnet – endlich! Ohne spezielle chemische Mittel wäre der Spaß jedoch schnell vorbei. Krankheitserreger, Haare und Sonnencremes verunreinigen öffentliche Anlagen schnell. Zudem müssen Pools wasserdicht sein. Dafür sorgen Lacke und Folien.

Alles für die Hygiene

Zugegeben, der Geruch von Chlor ist nicht jedermanns Sache. Doch um das Wasser hygienisch rein zu halten, sind Desinfektionsmittel nötig – etwa mit Natrium-Hypochlorit. Sie töten Bakterien und Pilze besonders gut ab.

Hergestellt werden diese Mittel zum Beispiel vom Unternehmen BK Giulini in Ludwigshafen. Die Flüssigkeiten zur Wasserbehandlung kommen in Freibädern und Hotelpools in ganz Europa zum Einsatz. Rund 1.300 Tonnen dieser Hygiene-Produkte verlassen das Werk jeden Monat.

Dazu zählen auch Flockungsmittel. Sie bestehen aus Aluminiumsalzen und sorgen dafür, dass winzige Schmutzpartikel sowie kaum sichtbare Schlieren und Trübstoffe abgefangen werden. „Gibt man das Mittel ins Wasser, bilden sich weiße, voluminöse Flocken“, erklärt Produktionsleiter Gerhard Ott. Die „Wolken“ binden den Schmutz und tragen ihn in die Filteranlagen.

Folien statt Fliesen

Jedes Schwimmbad muss 100-prozentig wasserdicht sein. Der Kunststoff-Hersteller Renolit aus Worms hat dafür Kunststoff-Folien aus Polyvinylchlorid (PVC) entwickelt. Sie dichten Schwimmbäder über viele Jahre hinweg ab – seien es private Pools, Freibäder oder die Wettkampfbecken für die Olympischen Spiele, zum Beispiel in London.

Die Bahnen werden nebeneinander verlegt und dann mit 400 Grad Celsius heißer Luft zusammengeschweißt. „Dadurch fügen sie sich komplett zusammen“, betont Hans Tanghe, der technische Bereichsleiter. Fertig verlegt, ersetzen die Folien sogar die klassischen Keramik-Fliesen. Dank ihrer Beschaffenheit trotzen sie außerdem allen Umwelteinflüssen.

Eine Folie besteht aus zwei Lagen: Die dem Wasser zugewandte Fläche muss Wasser, Chemikalien, Kratzer, Abrieb und Sonne aushalten. „Sie wird mit speziellem Acryllack beschichtet“, sagt Tanghe.

Die untere Schicht wirkt anti-mikrobiell. So haben Bakterien und Schimmelpilze zwischen Untergrund und Folie keine Chance. Zusätzlich wird ein Kunststoff-Gewebe zwischen beide Schichten eingearbeitet. Das macht die Bahnen stabil und reißfest.

Lack fürs Becken

Viele Swimmingpool-Becken bestehen aus Beton oder Mauerwerk. Sie werden verputzt und gestrichen. Doch nur spezieller Schwimmbecken-Lack hält den Belastungen stand. Produziert wird er zum Beispiel in Bad Neuenahr-Ahrweiler beim Lack- und Farbenhersteller P. A. Jansen.

In der Beschichtung steckt viel Know-how. Sie muss den Hygiene-Produkten im Wasser, Reinigungsmitteln, Ozon und schwankenden Witterungen standhalten.

Der Lack basiert auf dem Bindemittel Chlorkautschuk. „Es handelt sich um einen modifizierten Kunststoff“, sagt Anwendungstechniker Norbert Frenken. „Dieser macht den Lack extrem wasserfest, beständig gegen hohe und tiefe Temperaturen sowie Salze und Chemikalien.“ Der Lack versiegelt die Oberfläche zudem lückenlos, es kann nichts mehr in den Untergrund eindringen. Praktisch: Bei einer Renovierung ist ein Abschliff der alten Schicht nicht nötig.

Ein Tipp für Heimwerker: Sonne und Chlor lassen blaue Außenränder schnell verblassen. Streicht man den Bereich oberhalb der Wasserlinie in Weiß, bleibt der Anstrich einwandfrei. Optisch ist kein Farbunterschied zum Becken zu erkennen.

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