Tipp der Woche

Rechtzeitig aufhören!


Starkes Stück: Manche Mucki-Buden verlängern die Verträge automatisch. Foto: Keystone

Automatische Abo-Verlängerung kann teuer werden – was Sie wissen sollten

Sie öffnen nichtsahnend den Briefkasten und –Überraschung! Eine funkelnagelneue BahnCard, die Sie eigentlich weder brauchen noch wollen. Kein Einzelfall: Nicht jeder weiß, dass es die BahnCard seit einer Weile nur noch mit Verlängerungsautomatik gibt – „weil der Großteil unserer Kunden Interesse an einer Folge-BahnCard hat“. So schreibt es die Bahn dann den verärgerten Kunden.

Kulanz? Fehlanzeige

Wer das Abo im Kleingedruckten nicht bemerkt hat oder aus anderem Grund die Kündigungfrist verpasst hat, muss zahlen. Kulanz? Fehlanzeige. Sparen beim Fahren sieht irgendwie anders aus ...

Rechtlich ist daran aber nichts zu beanstanden! „Eine Kündigung von Abonnements muss fristgerecht beim Anbieter vorliegen, dabei entscheidet das Zugangsdatum, nicht die Absendung“, erklärt Hannelore Brecht-Kaul, Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Und das gilt nicht nur für das BahnCard-Abo, sondern auch für Fitnessstudios, Zeitschriften, Handys und so fort.

„Man sollte vor der Kündigung einen Blick ins Kleingedruckte werfen: Grundsätzlich gelten die dort vereinbarten Fristen“, so Brecht-Kaul weiter. „Allerdings ist nicht jede Regelung eines Anbieters auch tatsächlich zulässig.“ Laut Bürgerlichem Gesetzbuch dürfen normale Abo-Verträge für maximal zwei Jahre laufen, jede „stillschweigende Verlängerung“ höchstens ein Jahr, und die Kündigungsfrist darf frühestens drei Monate vor dem Vertragsablauf enden. Ein Anbieter kann also beispielsweise nicht verlangen, dass man ein halbes Jahr vorher kündigt.

Im Zweifel per Einschreiben

Natürlich sollte man eine Kündigung schriftlich erledigen und um eine Bestätigung bitten. „Denn wenn die Kündigung strittig ist, liegt die Beweispflicht beim Verbraucher“, warnt die Expertin. Um Zeit und Geld zu sparen, empfiehlt sie folgendes Vorgehen: Zunächst kündigt man mit einem normalen Brief und bittet um eine Bestätigung. Nur falls diese nach zwei bis drei Wochen nicht vorliegt, schickt man eine zweite Kündigung per Einschreiben mit Rückschein hinterher. Achtung: Wenn die Zeit drängt, besser sofort auf das Einschreiben setzen!

Damit man keine Frist verpasst, sollte man einfach den jeweiligen Kündigungstermin schon beim Abschluss eines Abos in den Terminkalender eintragen.

„Wer sicher ist, dass er einen bestimmten Vertrag nicht verlängern möchte, kann direkt nach dem Vertragsabschluss kündigen“, sagt Brecht-Kaul, „Nachteile hat man dadurch nicht.“ Einige Telekommunikationsanbieter würden dann sogar mit attraktiven Angeboten reagieren, um den Kunden doch zu halten.

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Schlagwörter: Recht Gesellschaft

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