Nahverkehr

Privat-Bahnen kommen zum Zug


Auf der Schiene gibt es mehr Wettbewerb: Davon profitieren die Fahrgäste

Berlin. Alarmmeldungen machen die Runde. „Drohendes Winter-Chaos bei der Bahn“, titeln viele Zeitungen schon in diesem Spätsommer. Grund für die angekündigte Misere: Der Staatsbetrieb Deutsche Bahn verfügt monentan nicht über genügend Züge. Auch ein Krisen-Gipfel bei Verkehrsminister Peter Ramsauer brachte keine Abhilfe.

Viele der 6 Millionen Fahrgäste, die den Schienenpersonennahverkehr täglich nutzen, kann das aber kalt lassen. Denn neben der Bahn sind dort mittlerweile 340 Privatanbieter unterwegs. Deren Marktanteil soll in den kommenden Jahren von 22 auf gut 30 Prozent steigen.

Wachstumschancen stehen gut

Ein Trend, von dem die Fahrgäste profitieren. „Es fahren viel mehr Züge als früher, und sie sind in aller Regel auch moderner und komfor-tabler“, sagt Holger Krawinkel, Bahnexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin.

Die Privatisierung des Regionalverkehrs ist eine Erfolgsgeschichte. Sie begann 1996, als der Bund den Ländern die Verantwortung dafür übertrug. Damals legten die Regionalzüge des Monopolisten Bahn 536 Millionen Kilometer im Jahr zurück. Heute kommen alle Wettbewerber zusammen auf 634 Millionen Kilometer.

Fazit von Martin Husmann, Chef des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr: „Mehr Konkurrenz – mehr Kundenzufriedenheit.“ Das zeigt auch der aktuelle Qualitätsbericht des bundesweit größten Regionalanbieters mit 1,1 Milliarden Fahrten im Jahr. Husmann ist überzeugt: „Teilnetze im Wettbewerb zu vergeben, führt zu Qualitätssteigerungen.“

 

Und so schicken von Nord bis Süd die Privatbahnen immer mehr hochmoderne Züge über die Gleise – von der Eisenbahngesellschaft in Hamburg bis zur Bayerischen Oberlandbahn im Voralpenland. Schließlich ist der Nahverkehr ein lukratives Geschäft. Wer als privater Anbieter einzelne Strecken oder kleinere Netze betreibt, kann sich dafür aus einem 7 Milliarden Euro schweren Steuertopf bedienen. Dafür muss er mit den zuständigen Verkehrsverbünden einer Region Verträge über die nachgefragten Strecken abschließen.

Die Wachstumschancen für die Privaten stehen gut. Allein bis zum Ende des kommenden Jahres werden ungefähr 200 Millionen Zugkilometer neu ausgeschrieben. Das Auftragsvolumen beträgt rund 3 Milliarden Euro.

Und was haben die Kunden davon? Verbraucherschützer Krawinkel schätzt: „Das Angebot lässt sich um weitere 15 Prozent ausweiten.“

 

Angebote der größten deutschen Privatbahnen

AKN – Altona- Kaltenkirchen AG: www.akn.de

AVG – Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH: www.avg.info

Abellio Rail NRW: www.abellio.de/rail/abellio-rail-nrw/

Bayerische Regionalbahn mbH: www.bayerischeregiobahn.de

Mitteldeutsche Regionalbahn: www.mitteldeutsche-regiobahn.de

Eisenbahn- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH: www.evb-elbe-weser.de

Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH: www.neg-niebuell.de

NordWestbahn GmbH: www.nordwestbahn.de

Rhein-Neckar-Verkehr- GmbH: www.rnv-online.de


Weitere interessante Links zum Thema Bahn:

> Schnäppchen-(P)reise - Wie man günstiger an Bahn-Tickets kommt

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang