Riesen-Lastwagen

Praxistest: Gigaliner sind besser als ihr Ruf

Länger, aber nicht schwerer: Gigaliner brauchen keine tragfähigeren Brücken. Foto: dpa

Berlin. Vier von fünf Bundesbürgern lehnen die Einführung der sogenannten Gigaliner ab. Das hat zumindest eine Forsa-Umfrage ergeben. Die Mehrheit befürchtet, dass durch die überlangen Lastwagen das Unfallrisiko steigt und hohe Kosten für den Umbau von Straßen und Brücken entstehen.

Doch der seit zweieinhalb Jahren laufende Testbetrieb, bei dem rund 80 Gigaliner über die Straßen Deutschlands rollen, bestätigt die Ängste in der Bevölkerung nicht. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST), die den Großversuch wissenschaftlich begleitet, hat in einem Zwischenbericht eindeutig festgestellt: Das Unfallrisiko war nicht höher als bei normalen Lkws.

Bis zu 25 Prozent Diesel können eingespart werden

Die Gigaliner kommen auch auf den bestehenden Straßen zurecht, werden nicht zur Verkehrsbehinderung. Und Brücken belasten sie nicht mehr als jeder normale Lastzug. Denn die Stretch-Lkws sind zwar sechs Meter länger – aber nicht schwerer: Sie transportieren im Schnitt leichtere Ware.

Die 39 an dem Pilotprojekt beteiligten Speditionen sehen die extralangen Laster als umweltfreundliche Ergänzung ihrer Fuhrparks. Da zwei Gigaliner so viel Ladung transportieren können wie drei normale Lastzüge, lässt sich der Dieselverbrauch um bis zu einem Viertel senken – vorausgesetzt, sie sind nahezu voll beladen. Das spart den Unternehmen Kosten und reduziert den Ausstoß von Schadstoffen.

Umweltverbände wie Greenpeace argumentieren denn auch eher indirekt: Die Kostenvorteile der Gigaliner könnten dazu führen, dass noch mehr Transporte von der Schiene auf die Straße wandern. Bei der Bundesanstalt hält man diese Gefahr für gering. Denn Gigaliner würden überwiegend für Stückgut eingesetzt, von Autoteilen bis zu Lebensmitteln. Die würden ohnehin nicht per Bahn transportiert.

Auch wenn die Gigaliner nach 2016 regulär fahren dürften, muss niemand befürchten, dass sie Deutschlands Straßen überschwemmen. Maximal 10.000 könnten es dann laut BAST werden. Bei 2,6 Millionen Lastwagen, die bundesweit zugelassen sind, nicht allzu viele.


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