Gratis-Zugaben

Prämienjagd: Genau hingucken!


Auf der Pirsch: Gute Augen braucht nicht nur der Jäger auf dem Hochsitz. Foto: fotolia

Was bei lockenden Geschenken zu beachten ist

Wer ein Girokonto bei der Postbank eröffnet, bekommt für ein Jahr die Mitgliedschaft beim ADAC geschenkt. Ein Möbelhaus in Hürth bei Köln überreicht Kunden, die zu einer vorgegebenen Zeit vorbeikommen, eine Flasche Wein. BahnCard-Nutzer erhalten Treue-Punkte, wenn sie bei einer bestimmten Firma einen Wagen mieten. Und Online-Shops locken mit 10 Prozent Rabatt, wenn man ihre Newsletter bestellt: Diese Beispiele zeigen, wie allerorten Gratis-Gaben winken.

Schlaue Prämien-Jäger gucken sich die potenzielle Beute aber zunächst genau an. Etwa das Angebot des Möbelhauses: Ist das 20 Kilometer entfernt, kostet die Anfahrt Zeit und Geld – mehr, als der Wein wert ist! Wer aber sowieso einen Stuhl kaufen wollte, kann die Prämie natürlich nebenbei einsammeln.

Ist das Konto auf Dauer gratis?

Auch bei einem Bankwechsel kann die Beigabe teuer werden. „Auf jeden Fall sollten vorab die Kontoführungsentgelte verglichen werden“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Lockt eine Bank mit einem kostenlosen Giro, sollte der Kunde auch nachfragen, ob dieses Angebot zeitlich begrenzt ist: Sonst muss er möglicherweise nach einem Jahr Entgelte zahlen, mit denen er nicht gerechnet hat.“

Vorsichtig sollte auch sein, wer beispielsweise eine Prämie dafür kassiert, dass er einem Freund seine Krankenkasse empfiehlt. „Zwar sind die Unterschiede nicht groß“, weiß Feck. Aber es gebe Versicherte, denen die Kostenübernahme für eine Behandlung durch den Heilpraktiker oder auch für Präventionskurse wichtig sei: „Und da unterscheiden sich die Kassen“, warnt der Verbraucherschützer. Wer eine Empfehlung abgibt, sollte sich daher ebenso schlaumachen wie der, der einer solchen Empfehlung folgt – das gilt auch für die „Kunden werben Kunden“-Programme von Stromanbietern, Telefonfirmen und so fort.

Wie hoch ist der Mindestbetrag?

Prämien anderer Art findet man im Internet: Dort werden zum Beispiel Gratisproben verschenkt, vom Shampoo bis zum Hundefutter. Damit die Ware ankommt, muss der Nutzer seine Adresse eingeben. „Und da sollte man vorsichtig sein“, so Feck, „mit Adressen wird oft gehandelt – es kann also sein, dass der Verbraucher künftig mehr Werbung zugeschickt bekommt.“ Also: Aufs Kleingedruckte achten – und oft voreingestellte Häkchen deaktivieren.

„Sich für einen Newsletter anzumelden, ist nur sinnvoll, wenn man sowieso in dem Online-Shop einkaufen will“, rät Feck weiter. Manchmal sei zudem der für den Einkauf vorgegebene Mindestbetrag so hoch, dass sich die Gutschrift kaum lohne: „Mitunter spart man mehr, wenn man einfach gar nicht kauft.“ Fecks Fazit: „Verbraucher sollten immer genau prüfen, was ihnen angeboten wird – und vor allem nie unter Zeitdruck eine Entscheidung treffen.“


Info: Virtuelles Jagdrevier

Im Web gibt es inzwischen natürlich auch zahlreiche Übersichten über aktuelle Aktionen, Rabatte, Gutscheine und Prämien aller möglichen Anbieter. Auch hier gilt: Nicht einfach blindlings rumklicken, sondern genau aufs jeweilige Kleingedruckte achten. Und vergleichen – vielleicht gibt es die gleiche Ware einen Online-Händler weiter ja selbst ohne den Rabatt noch billiger?

www.amexio.de

www.coupons4u.de

www.gutscheine.de

 

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