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Policen, auf die Sie pfeifen können


Jeder Schutz kostet Geld – aber nicht jede Versicherung ist sinnvoll

Die Bundesbürger haben über 420 Millionen Versicherungsverträge abgeschlossen: Jeder Erwachsene hat also im Schnitt sechs bis sieben Policen im Schrank! Das liegt auch daran, dass viele Kunden sich Verträge ans Bein binden, die wenig bringen. Beispiele für Versicherungen, die sich nicht rechnen:

Ausbildung

„Eine Ausbildungsversicherung? Lassen Sie die Finger davon“, rät Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten. Grund: die niedrige Rendite. Lukrativer ist es, den gleichen Monatsbeitrag auf eigene Faust anzulegen, zum Beispiel per Sparplan.

Glasbruch

„Die Glasbruchversicherung  ist empfehlenswert, wenn Sie ein Haus aus Glas oder einen extrem teuren Wintergarten haben“, erklärt Blunck, „ansonsten ist sie viel zu teuer – es ist auf Dauer günstiger, selbst zu zahlen, wenn doch mal eine Scheibe zu Bruch geht.“

Insassenunfall

„Die Insassenunfallversicherung ist unnötig, Ansprüche sind bereits über die Kfz-Haftpflichtversicherung der Fahrzeughalter abgedeckt“, sagt Susanne Meunier, Versicherungsexpertin der „Stiftung Warentest“.

Sterbegeld

Auch von einer Sterbegeldversicherung rät die unabhängige Expertin ab: „Die Beiträge sind häufig sehr hoch, der Abschluss so einer Versicherung lohnt sich fast nie“, weiß Meunier. Die meisten Versicherungen zahlen die versicherte Summe zudem erst nach einer gewissen Karenzzeit. Wer die Ausgaben für die eigene Beerdigung unbedingt separat sparen möchte, kann das besser verzinst und flexibler machen – zum Beispiel mit einem speziellen Festgeld-Konto.

Restschuld

Von der Restschuldversicherung ist abzuraten – wenn es um einen Kredit für Waschmaschine oder Fernseher geht! „Bei der Ratenzahlung von Konsumgütern sind die Restschuldversicherungen meistens überteuert“, hat Meunier beobachtet, „bei einer Baufinanzierung kann eine solche Versicherung aber sinnvoll sein.“ Ähnlich sieht es Stephan Gelhausen, Pressereferent im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: „Die Restschuldversicherungen sind für mich in erster Linie mit Bauvorhaben und sehr teuren Anschaffungen verbunden“, erklärt er,  „bei kleineren Summen sollte man sehr genau rechnen – denn diese Versicherung erhöht natürlich immer die Finanzierungskosten.“

Reise

Eine Reisekrankenversicherung ist bei Auslandstouren immer empfehlenswert. Aber Reisehaftpflicht- und Reiseunfallversicherung sind meist überflüssig: Haben Sie eine normale Unfall- oder Haftpflichtversicherung, gelten die sowieso weltweit. Eine private Haftpflichtversicherung ist übrigens die einzige Police, die tatsächlich jeder in der Akte haben sollte.

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Das Hab und Gut schützen, die Familie absichern, nach Unfällen zumindest finanziell aus dem Schneider sein: Für solche Zwecke gibt es alle möglichen Versicherungen. Doch welche Policen sind unverzichtbar oder zumindest wirklich nützlich?

aktualisiert am 09.10.2017

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