Wirtschaftslexikon

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist der jüngste Teil der Sozialversicherungen. Es gibt sie seit dem 1. Januar 1995. Mit ihr wird das Risiko abgedeckt, aufgrund von Krankheit, Unfall oder Altersschwäche ein Pflegefall zu werden. Denn ihr Zweck ist, Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten.

Die finanzielle Unterstützung richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Wenn etwa Familienangehörige die Aufgabe übernehmen, erhalten sie ein Pflegegeld. Andernfalls werden die Kosten für eine stationäre Pflege – zum Beispiel in einem Heim – übernommen. Eventuell wird auch der Aufwand für Hilfsmittel und für Arbeiten, die das Wohnumfeld verbessern (etwa eine barrierefreie Wohnung für Rollstuhlfahrer) beglichen.

Allerdings gibt es Höchstsätze für die Übernahme von Kosten. Die Pflegeversicherung unterscheidet sich darin von der Krankenversicherung, die für medizinisch notwendige Behandlungen in vollem Umfang aufkommt.

Kinderlose zahlen einen Zuschlag auf ihren Beitrag

Träger sind die Pflegekassen, die von den gesetzlichen Krankenkassen eingerichtet worden sind. Sie arbeiten allerdings eigenverantwortlich und in sogenannter Selbstverwaltung.

Wie Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung wird die Pflegeversicherung mit Beiträgen der Versicherten und – wenn sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind – von den Arbeitgebern finanziert. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt für Kranken- und Pflegeversicherung bei 3.973,50 Euro im Monat (Stand 2013).

Die Pflegeversicherung startete 1995 mit einem Beitrag von 1,0 Prozent. Jeweils zur Mitte der Jahre 1996 und 2008 folgten Erhöhungen. Zum Jahresbeginn 2013 stieg der Satz um 0,1 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent. Kinderlose zahlen ab ihrem 23. Geburtstag einen Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten.

Begründet wurde die allgemeine Erhöhung 2013 mit einem höheren Leistungsaufwand. Eine wesentliche Ursache dafür ist die wachsende Zahl der Demenzkranken.


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