Ventile für Pressen und Baumaschinen

Parker Hannifin setzt auf schlanke Produktion

Oberndorf. Das ist ein Service, über den sich jeder Kunde freut: Heute bestellt, am übernächsten Tag geliefert. Bei Parker Hannifin in Oberndorf ist das die Unternehmensmaxime. Hier werden verschiedene Ventile hergestellt, die etwa in Pressen oder Straßenbaumaschinen eingebaut werden.

Der Drucker in der Montagehalle spuckt sie aus – die Aufträge, die bei Parker Hannifin dann mit großer Geschwindigkeit abgearbeitet werden. Es werden 4, manchmal 10, ganz selten mehr als 100 Ventile bestellt. „Häufig will der Kunde auch nur ein Stück“, erklärt Betriebsleiter Georg Schillinger.

Die Herstellung ist minutiös getaktet

Lagerhaltung war gestern, Rohmaterial und zugekaufte Teile werden nur genau nach Bedarf angeliefert. „Unsere Zulieferer können das leisten, weil sich viele in einem Umkreis von etwa 35 Kilometern befinden“, sagt Schillinger. Lean-Management nennt sich das, schlanke Produktion, und das ist die große Stärke von Parker.

95 Prozent der Kundenaufträge werden zum Kundenwunschtermin ausgeliefert. Um diese Liefertreue einhalten zu können, braucht es einen minutiös getakteten Herstellungsprozess.

Produziert wird im Drei-Schicht-Betrieb, jede Maschine ist für ein bestimmtes Teilespektrum eingerichtet. Liegt dafür kurzzeitig kein Kundenauftrag vor, steht sie still. Auf Vorrat zu produzieren oder die Maschine auf ein anderes Produkt umzurüsten, würde die schlanke Produktion gefährden. Per Transportzug werden die bearbeiteten Teile von einer Arbeitsstation zur anderen gebracht. Dafür werden sie vom Mitarbeiter in Kisten gepackt und an eigens gekennzeichneten Haltestellen an den Produktionsstraßen abgestellt.

In bestimmten Zeitabständen kommt der Transportzug vorbei, nimmt die fertigen Teile auf und liefert neue an. „Dieser Zug ist das Herz unserer Produktion“, sagt Schillinger. Überall in der Produktionshalle hängen Tafeln mit Tabellen über geplante und tatsächliche Stückzahlen. Auf Monitoren flimmern stündlich aktualisierte Kurven, die eingegangene Aufträge und produzierte Stückzahlen abbilden, umgerechnet in Euro. Die 216 Mitarbeiter sind ständig auf dem Laufenden.

Diese Transparenz ist nach Ansicht von Betriebsleiter Schillinger der Hauptgrund für das große Verständnis in der Belegschaft. Und das sei wichtig bei dieser eng getakteten Art zu produzieren. Denn den Beschäftigten wird viel Flexibilität abverlangt, teilweise auch am Samstag. Andererseits ist auch Mal eine unerwartete Freischicht drin – für einen schönen Nachmittag mit der Familie.


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