Urteile

Omas Fahrtkosten können ein Fall für die Steuererklärung sein

Auch wenn Großeltern auf die Kinder aufpassen, können zwei Drittel der erstatteten Fahrtkosten steuerlich abgesetzt werden. Foto: fotolia

Wer seine Kinder von Dritten betreuen lässt, um selbst arbeiten gehen zu können, darf die entsprechenden Ausgaben steuerlich geltend machen. Und dazu können auch Omas Fahrtkosten gehören, wie jetzt ein Fall aus Süddeutschland zeigte.

Beide Großmütter hatten sich da um ihren kleinen Enkel gekümmert, wechselweise und unentgeltlich. Aber die Fahrtkosten für die jeweilige An- und Abreise der Oma bezahlten die Eltern des Kindes, per Überweisung. Das war auch vertraglich so niedergeschrieben,  – und ist steuerlich wirksam, wie das Finanzgericht Baden-Württemberg urteilte. Es kommt hier nur darauf an, ob die Vereinbarung über den Fahrkostenersatz "auch zwischen fremden Dritten so üblich wäre". Zwei Drittel der den Omas erstatteten Fahrtkosten mindern damit jetzt die Steuerlast der Eltern.

Diese Zwei-Drittel-Grenze gilt ja stets, wenn es um die Kinderbetreuungskosten geht. Und diese Einschränkung ist auch in Ordnung, wie kürzlich der Bundesfinanzhof befand. Dass der Gesetzgeber die erwerbsbedingten Betreuungskosten nicht zu 100 Prozent berücksichtigten wollte, sei nicht verfassungswidrig: Schließlich habe das Verfassungsgericht selbst früher geltende, "weit ungünstigere Abzugsmöglichkeiten" als verfassungskonform angesehen.

(Finanzgericht Baden-Württemberg, 9.5.2012, 4 K 3278/11, und Bundesfinanzhof, 9.2.2012, III R 67/09)


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