Entwicklung

Ohne Pickel und Bügeln


Wo Chemie unser Leben leichter macht

Weniger tanken: Leichte Bauteile im Auto wie Kunststoff-Tanks sparen jede Menge Sprit.Hausarbeit, Hautpflege oder Mobilität: Chemie hilft im Alltag. AKTIV zeigt das an sieben Beispielen.

Sprit sparen

Schwerer Stahltank im Wagen? Das war gestern. Heute landen Benzin oder Diesel im leichten, korrosionsbeständigen Kunststofftank. In Europa sind mehr als 95 Prozent aller Fahrzeuge damit ausgerüstet.

Der Auto-Zulieferer Kautex mit einem Standort im badischen Waldkirch hat sich auf komplette Tanksysteme mit ausgeklügelter Kontroll- und Steuerungstechnik spezialisiert. Damit lässt sich ordentlich Sprit sparen.

Weniger Ölwechsel

Fahren, fahren, fahren – 30.000 Auto-Kilometer oder mehr. Und das ohne Ölwechsel. Möglich machen das langlebige Öle, die mehr Dreck und Abrieb vertragen. „Long-life-Öle“ sind genau auf Fahrzeugtyp und Motorbelastung abgestimmt.

„Ein Steuergerät misst Ölstand, Bremsenverschleiß, Geschwindigkeit, Verbrauch und Drehzahl und errechnet daraus den nächsten Inspektionstermin“, so Markus Garb, Produktmanager Automotive bei Fuchs Europe Schmierstoffe in Mannheim.

Keine Pickel

Pickel sind echt ätzend! „Meist sind es verstopfte Hautporen, die sich entzünden“, erklärt Natalia Videla vom Hautpflegeteam Clerasil des Mannheimer Unternehmens Reckitt Benckieser. Am Körper treten sie verstärkt dort auf, wo Talgdrüsen viel Öl produzieren: Gesicht, Rücken, Brust. Was tun? „Ölfreie Wasch- und Pflege-Produkte halten die Haut rein. Das beugt Pickeln vor.“

Strahlend lachen

Befreit lachen im hohen Alter – dank der dritten Generation an Beißern. Doch Speisereste können sich im Gebiss und unter Brücken sammeln. Und mit ihnen unliebsame Erreger. Deshalb muss die Ersatz-Garnitur täglich ins Reinigungsbad. Tabs von Zahnpflege-Spezialist Kukident in Weinheim arbeiten mit Aktiv-Sauerstoff: „Im Wasser lösen sich Millionen winziger Sprudel-Bläschen und entfernen dabei Zahnbelag, Verfärbungen und 99,9 Prozent der Bakterien“, erklärt Produktmanagerin Eike Jansen.

Schneller bügeln

Bügeln ist lästig. Flott von der Hand geht’s nur, wenn die Wäsche nicht zu sehr knittert. Baumwolle neigt leider besonders dazu. Gut, dass sich die Faser speziell „ausrüsten“ lässt. Das macht Hemd und Bluse bügelleicht: „Baumwollfasern quellen beim Waschen. Sind sie mit einem Harz vernetzt, nehmen sie weniger Feuchtigkeit auf und bleiben in Form“, sagt Expertin Annegret Vester vom Tübinger Textilhilfsmittel-Hersteller CHT R. Beitlich.

Weniger gießen

Endlich Ferien! Doch wer gießt die Pflanzen, wenn die hilfsbereiten Nachbarn verreist sind? Zum Glück gibt es Speichermaterialien, die dosiert Nährstoffe und Wasser abgeben: Superabsorber. In Babywindeln sorgen sie dank ihrer Saugleistung für einen trockenen Popo. „Die pulverförmigen Polymere binden Flüssigkeit. Dabei quellen sie auf und werden zum Gel“, sagt Annette zur Mühlen von Evonik.

Bestimmte Hydro-Gele funktionieren quasi umgekehrt: Das aufgequollene Material gibt die Flüssigkeit allmählich wieder ab. Wasser und Nährstoffe können so für den Bedarf von Pflanzen gespeichert werden.

Einfach renovieren

Das Kniffligste beim Malen und Lackieren sind saubere Trennlinien. Maler geben sich die klare Kante darum mit einem Kreppband vor.

Das muss gut abdecken, damit keine Farbe darunterläuft, sich aber nach dem Trocknen wieder leicht abziehen lässt, ohne den Untergrund abzulösen. Klebespezialist Tesa in Offenburg hat sogar einen Weg gefunden, „um die Ecke“ zu kleben, etwa beim Fensterrahmen: Mit fertigen Abdeck-Ecken.

Gabriele Koch-Weithofer

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