Kommunen

Ohne Moos viel los


Klamme Kommunen: Wenn Finanz-Not erfinderisch macht

Kein Witz: Der thüringische Ort Niederzimmern verkauft Schlaglöcher! 50 Euro kostet ein Loch, als Dank lässt die Gemeinde eine Plakette mit dem Namen des Spenders ins reparierte Loch ein. Die Aktion heißt: „Teer muss her“.

Teer mögen deutsche Städte ja haben. Kohle dagegen eher nicht: 2010 belief sich der Gesamtschuldenstand der Kommunen auf 118 Milliarden Euro. Auch die sinkende Arbeitslosigkeit und der kräftige Wirtschaftsaufschwung haben den finanziellen Absturz der Städte nicht verhindern können. „Viele Kommunen liegen auf der Intensivstation“, bekennt Petra Roth, Präsidentin des Städtetags und Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main.

Meistbenutztes Arbeitsgerät der Stadtkämmerer ist daher derzeit der Rotstift. Roth: „Die Menschen spüren, dass Angebote ausgedünnt werden und die Infrastruktur leidet.“

Sparen gegen den Finanzkollaps: Ist das wirklich der einzige Weg aus dem Dilemma?

„Nein!“, sagt Carsten Große Starmann, Kommunal-Experte bei der Gütersloher Bertelsmann Stiftung: „Klar müssen die Städte sparen. Aber sie müssen auch in ihre Zukunft, in ihre Entwicklung investieren.“

Klingt gut. Nur: Wie macht man das, angesichts leerer Stadtsäckel? „Die Städte müssen neue Wege gehen, vorhandene Potenziale nutzen“, sagt Große Starmann. Neben der Einbindung ortsansässiger Firmen sei das Bürger-Engagement von großer Bedeutung.

Clevere Politik ohne viel Geld

„Vom Bürgerbus bis zum Bürgerhaushalt reden wir hier über kleine Mikroprojekte, die in der Summe vieles bewirken, ohne viel Geld zu kosten“, so der Bertelsmann-Experte.

Kommunale Politik ohne große Kosten: AKTIV zeigt auf dieser Seite, wo clevere Ideen auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

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