Studie zur Metall- und Elektro-Industrie

Ohne lebenslanges Lernen sieht die Branche bald alt aus


Brüssel. Was hat das Fremdsprachen-Training in einer spanischen Firma damit zu tun, dass sich das Alcatel-Lucent-Werk im französischen Brest verstärkt um behinderte Mitarbeiter bemüht? Was verbindet die Schulung von Ungelernten bei SKF in Schweinfurt mit einem slowenischen Betrieb, in dem reaktivierte Ruheständler ihr Erfahrungswissen an junge Mitarbeiter weitergeben?

Alle vier Fälle sind aktuelle Beispiele dafür, wie Metall- und Elektro-Firmen gegen Fachkräftemangel kämpfen. Die europaweit gültige Parole: lebenslanges Lernen! Denn das wird immer wichtiger, damit sich die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb behaupten können – obwohl die heimische Bevölkerung altert und kleiner wird.

„Hürde für Wachstum und Innovation“

„Lifelong Learning“ ist daher auch ein zentrales Thema für den europäischen Metall-Arbeitgeber-Dachverband CEEMET, der 200.000 Unternehmen mit 13 Millionen Beschäftigten repräsentiert. Jetzt  hat er in Brüssel die Studie „Shaping Talents“ präsentiert (in der die eingangs genannten Beispiele zu finden sind).

„Der Mangel an Fachkräften mit passgenauen Qualifikationen ist eine wesentliche Hürde für Wachstum und Innovation“, warnte CEEMET-Präsident Martin Kannegiesser. „Wir präsentieren deshalb Beispiele, wie Unternehmen auf den Fachkräftemangel, auf beschleunigten technologischen Wandel, globalen Wettbewerb und alternde Belegschaften reagiert haben.“

Dass das Thema auch für die Mitarbeiter selbst „fundamentale“ Bedeutung hat, unterstrich Ulrich Eckelmann, Generalsekretär des neuen Industriegewerkschaft-Dachverbandes IndustriAll. Jedem einzelnen Beschäftigten müsse die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzubilden, forderte er.

Dass das besonders für kleinere Firmen nicht einfach ist – keine Frage. Diese Herausforderung könne aber bewältigt werden, wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Staat verantwortungsvoll zusammenarbeiten, betonte Kannegiesser.

Klares Bekenntnis zum Euro

Eine abendliche Feierstunde zum 50-jährigen CEEMET-Bestehen nutzte Kannegiesser übrigens für ein vorbehaltloses Bekenntnis zum Euro: „Unsere Industrie steht für klare, irreversible Schritte hin zu einer politischen Union“, sagte er. „Vielleicht haben wir mit der Währungsunion das Pferd beim Schwanz aufgezäumt – aber am Ende werden wir dieses Pferd reiten und damit Siege erringen können.“

Was die europäischen Länder zusammenhalte, so der Verbandspräsident weiter, sei eine weltweit einzigartige Verbindung aus Freiheit und sozialem Ausgleich: „Europa ist die Heimat der Sozialen Marktwirtschaft – die in keiner anderen Kultur hätte entstehen können.“

Die in englischer Sprache verfasste Studie „Shaping Talents“ steht zum kostenlosen Download bereit: www.ceemet.org

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