Energie

Öko-Power „Made in Bremerhaven“


Leistungsstärkste Windräder der Welt kommen aus Bremerhaven

Bremerhaven/Borkum. Premiere für Deutschlands ersten Windpark auf hoher See: Seit Mitte August fließt Ökostrom aus der Nordsee direkt ins deutsche Stromnetz. Drei gigantische Windräder des Offshore-Windparks „alpha ventus“ drehen sich 45 Kilometer vor Borkum und produzieren elektrische Energie. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt zwölf Windmühlen ans Netz gehen und jährlich Strom für 50.000 Haushalte liefern.

Die Energiekonzerne Eon, Vattenfall und Ewe, die sich im Konsortium „Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG“ zusammengetan haben, betreten mit dem Projekt absolutes Neuland. „Zum ersten Mal überhaupt werden Anlagen dieser Größe so weit draußen in Wassertiefen bis zu 30 Metern errichtet“, sagt Wilfried Hube, Gesamtprojektleiter von alpha ventus.

Kosten schossen in die Höhe

Klar, dass bei solchen Pionierprojekten nicht alles glatt läuft. Die ersten Bauversuche mussten im August 2008 wegen schlechten Wetters abgebrochen werden. Die Kosten schossen in die Höhe: von ursprünglich veranschlagten 190 auf jetzt 250 Millionen Euro.

Doch inzwischen liegt das Projekt alpha ventus „gut am Wind“, die Fertigung der Anlagen im Plan.

Alle der mit einer Turmhöhe von mehr als 100 Metern und einem Rotordurchmesser von 116 Metern gigantischen Windmühlen werden in Bremerhaven gebaut. Sechs fertigt Areva Multibrid, eine Tochter des französischen Energiekonzerns Areva, sechs weitere liefert das Hamburger Unternehmen Repower Systems.

Beide haben ihre Fertigungshallen im Bremerhavener Fischereihafen, produzieren dort die größten und leistungsstärksten Windkraftturbinen der Welt.

Ein Institut für den Wind

Für die Seestadt ist die Windkraft eine echte wirtschaftliche Perspektive. Zwar arbeiten bisher nur rund 800 Menschen in der Branche, aber die Wachstumschancen stehen nicht schlecht. So haben Areva Multibrid und Repower erst in diesem Jahr Aufträge abgeschlossen, die zusammen die Lieferung von mehr als 300 Anlagen vorsehen.

Und auch die Forschung hat Bremerhaven als idealen Standort auserkoren. Im Januar eröffnete die Fraunhofer-Gesellschaft in direkter Nachbarschaft zu den Anlagenbauern das Institut für Windenergie- und Systemtechnik.

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Schlagwörter: Strom Umwelt

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