Der Wert der Marke

Nivea, Persil & Co. bescheren den Unternehmen Milliarden-Umsätze


Heiß begehrt: Jährlich produziert Beiersdorf rund 150 Millionen Dosen Nivea-Creme. Foto: dpa

Hamburg. Diese Duftkombination kennt die Welt: Bergamotte, Orange, Lavendel, Rose, Flieder und Maiglöckchen. So riecht Nivea. Gut eine halbe Milliarde Menschen benutzt die Creme.

Seit über 100 Jahren wird der Klassiker in der markanten blauen Dose vom Kosmetik-Konzern Beiersdorf in Hamburg hergestellt. Jährlich gehen knapp 150 Millionen Stück in mehr als 200 Länder. Die Marke ist der Schatz der Firma. Ihr Wert beträgt gut 2,6 Milliarden Euro, schätzen Experten des Marktforschungsunternehmens Interbrand.

Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich will sie noch weiter stärken: Künftig ziert ein Logo des Design-Klassikers alle Nivea-Produkte. „Marken existieren nicht nur in den Köpfen der Konsumenten, sondern auch in den Bilanzen der Unternehmen“, weiß Jutta Menninger, Partnerin der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC in München.

900 Milliarden Euro Umsatz im Jahr mit deutschen Markenartikeln

Davon profitiert die Wirtschaft: Knapp 900 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten deutsche Unternehmen mit Markenartikeln und Markendienstleistungen im Jahr 2010, so die jüngste Studie der Prüfungsgesellschaft McKinsey und des Markenverbands.

Die Highlights finden sich im kürzlich erschienenen „Markenlexikon des Jahrhunderts“. Bei dieser „Präsentation der Königsklasse“, so ­Herausgeber Florian Langenscheidt, spielt die Chemie ganz vorne mit.

Da gibt es etwa das Waschmittel Persil von Henkel in Düsseldorf. Als es 1907 auf den Markt kam, war es nach der bisher üblichen pulverisierten Seife das erste „selbsttätige“ Waschmittel der Welt. Berühmt auch das Mundwasser Odol, das GlaxoSmithKline Consumer Healthcare in Bühl ausschließlich in Deutschland produziert.

Heimwerker schätzen Moltofill von Akzo Nobel in Köln. Restauratoren des Alten Museums in Berlin nutzen die Spachtelmasse zur Wiederherstellung alter Vasen.

Und vermutlich hat fast jeder von uns schon einmal zum Kopfschmerzmittel Aspirin von Bayer in Leverkusen gegriffen oder das Kühlerschutz-Mittel Glysantin von BASF in Ludwigshafen in sein Auto gekippt.

Ganz nach oben hat es Deutschland aber noch nicht geschafft. Die wertvollsten Marken der Welt – Coca-Cola und Apple – kommen aus Amerika.

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Schlagwörter: Chemie Wettbewerb

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